Das Christusfenster für kommende Generationen erhalten

Heidelberg, 06.07.2021. „Wer hat den Christus gefälscht?“ Mit dieser provozierenden Frage eröffnete Diana Deutsch ihren Artikel in der RNZ vom 14. Juni 2021 zu den Chorfenstern in der Providenzkirche. Die Anzahl der Reaktionen auf diesen Artikel zeigen, dass es eine große Verbundenheit und ein großes Interesse an den Fenstern gibt, insbesondere an dem markanten Christusfenster.
 
Da die Spekulationen, was die Altstadtgemeinde bei der anstehenden Restaurierungsmaßnahme antreibt, ins Kraut schießen, eine kurze Darstellung der anstehenden Aufgaben:
 
Bei der Sanierung der Stuckdecke in der Providenzkirche war es möglich die Chorfenster aus nächster Nähe zu untersuchen. Dabei fielen der Restauratorin des Landesdenkmalamts, Dunja Kielmann, insbesondere am Christusfenster schwerwiegende Schäden an ursprünglichen Übermalungen und eingebrannten Glasmalereien auf: Kondenswasser wäscht die ursprünglichen Malereien ab und hinterlässt großflächige Schäden auf den Fenstern. Hitze löst nachträglich aufgemalte Farbschichten ab und reißt dabei die ursprüngliche, eingebrannte Emaille-Malerei mit.
 
Da die Schäden fortschreiten und die Malereien unwiederbringlich zerstören, drängt das Landesdenkmalamt auf eine erhaltende Reparatur der Chorfenster. Im Interesse der Erhaltung der Fenster macht der Ältestenkreis dieses Anliegen zu seinem Herzensprojekt. Insbesondere durch ein verlustreiches Jahr 2020 – Spenden durch Touristen und in Gottesdiensten sind ausgeblieben – ist die Altstadtgemeinde nicht in der Lage, den notwendigen Eigenanteil zur Erhaltung der Fenster von 70.000 Euro bei Gesamtkosten von etwa 160.000 Euro aufzubringen.
 
Die Recherchen von Frau Kielmann förderten den Namen des zuvor unbekannten Künstlers zu Tage: Josef Scherer. Im Scherer Archiv in Dinkelscherben hat sie Vorentwürfe des Christusfensters von 1853 ausfindig gemacht. Mit den Schäden ist die Frage aufgetaucht, wer zu verschiedenen Zeiten die Glasfenster übermalt hat und zu welchem Zweck. Hinweise darauf liefern die wenigen bekannten Sanierungsmaßnahmen:
 
1976 wurde eine Schutzverglasung angebracht und die Verbleiung größtenteils erneuert. Inschriften auf den seitlichen Chorfenstern weisen auf Reparaturmaßnahmen im Jahr 1955 hin. Zu welcher Zeit die späteren Übermalungen getätigt wurden, ist nicht zu sagen. Vermutlich nicht nach 1976. Alle Gesprächspartner aus der Altstadt, die mit dem Fenster zum Teil schon seit den 50er Jahren verbunden sind, haben es so in Erinnerung, wie es heute zu sehen ist.
 
Die geplanten Maßnahmen dienen allein der Erhaltung der Fenster. Gesicht und Ausdruck der so beliebten Christusdarstellung bleiben unberührt.
 
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an: altstadtgemeinde.heidelberg@kbz.ekiba.de
 
Wir freuen uns über Ihre Spende für den Erhalts des Christusfensters!
 
Mehr zum Projekt und Spendenmöglichkeit unter
 
Herzlichen Dank und Gruß
Ihr
Mirko Diepen
geschäftsführender Pfarrer der Altstadtgemeinde Heiliggeist-Providenz
 
Den Bericht von Diana Deutsch können Sie hier nachlesen: