Hannover, 27.09.2021. Der evangelische Gottesdienst ist kreativer und digitaler geworden. Der herkömmliche Kirchgang behält seinen Stellenwert, wird nach Corona aber vielfältiger. Das ist das Ergebnis zweier heute veröffentlichter Studien, mit denen die evangelische Kirche die Weiterentwicklung digitaler und analoger Gottesdienst-Formate während der Corona-Krise untersucht hat.
„An vielen Orten ist nach dem Lockdown eine Stärkung des Gottesdienstes zu
erkennen und zugleich ein Aufbruch von innen“, so der Ratsvorsitzende der
Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-
Strohm. „Haupt- wie Ehrenamtliche haben in der Corona-Krise noch einmal neu
wahrgenommen, was die Menschen sich erhoffen. Dazu zählt eine Kirche, die nah
dran ist an den Sorgen der Menschen, die in Notlagen ein offenes Ohr hat und
neben handfester Unterstützung auch Kraftorte für die Seele bietet. Diese
Orientierung an den Bedürfnissen darf uns auch nach der Krise nicht mehr
verloren gehen“, so Bedford-Strohm. „Es gibt für uns keinen Weg zurück in die
Vor-Corona-Zeit“, unterstreicht auch Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen
Kirche im Rheinland, die zu den Auftraggebern einer der Studien zählt.
In der heute veröffentlichten midi-Vergleichsstudie „Gottesdienstliches Leben
während der Pandemie“ gaben mehr als zwei Drittel der Gemeinden an, auch
nach dem ersten Lockdown digitale Gottesdienste angeboten zu haben und das,
obgleich eine überdeutliche Mehrheit Gottesdienste auch wieder analog gefeiert
hat.
In der Pandemie wurde der Studie zufolge vieles kreativ erprobt. Gut 85 Prozent
der Gemeinden hoffen, dass diese Kreativität und Innovationsfreude auch nach
der Pandemie erhalten bleiben. Darüber hinaus ist es durch die digitalen
Möglichkeiten gelungen, Kontakte zu Menschen über die Zielgruppenarbeit
aufrechtzuerhalten.
der Gemeinden hoffen, dass diese Kreativität und Innovationsfreude auch nach
der Pandemie erhalten bleiben. Darüber hinaus ist es durch die digitalen
Möglichkeiten gelungen, Kontakte zu Menschen über die Zielgruppenarbeit
aufrechtzuerhalten.
„Was wir beobachten können, ist, dass Kirche während der Pandemie digitaler
geworden ist und der Gottesdienst mehrheitlich auch in digitalisierter Form
zugänglich gemacht wird“, so Daniel Hörsch, Leiter der Studie. Immerhin ein
Fünftel bis ein Viertel der Gemeinden sind während des Oster-Lockdowns
tatsächlich den Weg einer digitalen Kirche gegangen, mit ausschließlich digital
angebotenen Gottesdiensten, digitalen Abendmahlsfeiern und Angeboten, die an
den Logiken des Digitalen ausgerichtet waren.
Pressemitteilung der Pressestelle der EKD


