„Zusammen.Kirche.Erneuern“ – Synode befasst sich mit Strategieprozess 2032 im Kirchenbezirk Heidelberg

Heidelberg, 12.11.2021. Unter dem Motto „Zusammen.Kirche.Erneuern“ hat sich die Evangelische Kirche in Heidelberg auf ihrer digitalen Herbstsynode am 11. November auf den Weg gemacht, sich für die Zukunft neu aufzustellen. Dabei nimmt sie die Bedürfnisse der Menschen in dieser Stadt in den Blick sowie ihre eigenen Möglichkeiten, unter den Bedingungen abnehmender finanzieller Spielräume zukunftsfähige Angebote zu schaffen.
 
„Wir wollen die Grundlage dafür schaffen, dass unsere Kirche auch in Zukunft die frohe Botschaft des Evangeliums in Wort und Tat glaubhaft in die sich fortlaufend ändernde Welt hineintragen kann. Dafür bedarf es einer Transformation unter den Bedingungen einer Reduktion finanzieller und personeller Spielräume“, erläutert die Synodenvorsitzende Dr. Ruth Hildebrandt den anstehenden Strategieprozess der badischen Landeskirche. „Wir als Kirchenbezirk Heidelberg sind – wie alle anderen Bezirke und Gemeinden in Baden auch – dazu aufgefordert, zusammen mit allen Beteiligten und Interessierten daran zu arbeiten, wie Kirche sich unter diesen Umständen bis zum Jahr 2032 erneuern kann. Wir werden dazu bis Ende 2023 ein konkretes Ziel und einen Plan für die Umsetzung vorlegen.“
 
Anlass für den Prozess waren die Prognosen der „Freiburger Studie“ von 2019, die von einem Rückgang der Mitgliederzahlen und damit der finanziellen Ressourcen um 50 Prozent bis zum Jahr 2060 ausgehen. „Über die finanziellen Fragestellungen hinausgehend wird sich unsere Kirche aber auch den immer neuen gesamtgesellschaftlichen Umbrüchen und Herausforderungen stellen“, betont Ruth Hildebrandt. So erfordere der Klimaschutz eine Sanierung des kirchlichen Gebäudebestands, die Digitalisierung ein Neudenken von Präsenzen und Prozessen. Nicht zuletzt werde durch den bevorstehenden Ruhestand von Pfarrerinnen und Pfarrern der "Boomer"-Generation auch die Frage nach der zukünftigen Personalausstattung drängend.
 
„Inhaltlich liegen die Chancen von “Zusammen.Kirche.Erneuern” in einer stärkeren Ausrichtung am Wesentlichen unserer Kirche. Wie können wir Menschen heute gut ansprechen und zusammen Kirche erneuern, wie können wir uns in gesellschaftliche und bürgerschaftliche Netzwerke einbringen, welche Rolle nehmen wir dort ein, und wie können wir daran teilhaben? Wie kann regionale Zusammenarbeit aussehen und was braucht es, damit Kirche zugleich vor Ort und in der gesamten Stadt thematisch präsent ist?“, führt die Synodenvorsitzende aus.
 
Die finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Strategieprozesses legt die Landessynode der badischen Landeskirche fest, bis zum Frühjahr 2022 soll der Rahmen hierfür endgültig feststehen. Vor Ort in Heidelberg treffen der Stadtkirchenrat und die Stadtsynode der Evangelischen Kirche in Heidelberg die konkreten Entscheidungen zur Gestaltung des Prozesses und zu den Ergebnissen. Die vorgegebenen Einsparungen von rund 30 Prozent an hauptamtlichen Stellen, Gebäuden und finanziellen Mitteln sollen bis 2032 abgeschlossen sein. In einem ersten Schritt wird die Evangelische Kirche in Heidelberg bis Ende 2023 die notwendigen Konzepte entwickeln, in der Synode beraten und im Stadtkirchenrat beschließen. Ein eigens dafür berufenes Prozessteam wird auch mit Hilfe externer Beratung diese Konzeptentwicklung als groß angelegten Kommunikationsprozess steuern.
 
„Die gute Nachricht ist, dass die Evangelische Kirche in Heidelberg nicht bei null anfängt, sondern sich bereits in ihrem Liegenschaftsprojekt von 2019 auf den Weg gemacht hat, sich durch Fusionen von Gemeinden und den Verkauf von Gebäuden zukunftsfähig auszustellen“, ergänzt Dekan Christof Ellsiepen. „Wir führen mit dem Strategieprozess also weiter, was wir schon jetzt an Prozessen laufen haben.“ Die Entwicklung eines Kommunikationskanals zur Beteiligung von interessierten Heidelberger Bürgerinnen und Bürgern ist dabei ein ausdrücklicher Wunsch der evangelischen Kirche. „Wenn wir uns Außenperspektiven systematisch reinholen in unseren Erneuerungsprozess, dann bin ich sehr zuversichtlich, dass er gut wird“, unterstreicht der Dekan. Dass die Synodalen in ihrer Funktion als „Kirchenparlamentarier“ den Prozess mit all seinen Herausforderungen und auch Chancen mittragen, haben sie an dem Abend mit großer Mehrheit bestätigt.