Nicht nur in der Adventszeit ...

Geistlicher Impuls zur Adventszeit von Pfarrerin Tanja Dittmar

 
Nicht nur in der Adventszeit, sondern das gesamte Jahr über ziert eine traditionelle Krippe die Vitrine meines Wohnzimmers. Die Anordnung ist so, wie man sie kennt. Aber die bekannten Figuren haben von der Künstlerin, die mir die Krippe geschenkt hat, ein „make over“, also eine Typveränderung erhalten. Josef mit Plüschkragen, Maria mit Glitzerkette in den Haaren, der Esel grün und auch der Stallboden eher ungewöhnlich wie ein Schachbrettmuster gestaltet. Die traditionelle Krippe modern in Szene gesetzt.
 
Nun fällt sie auf, verwundert, begeistert oder bringt Betrachtende miteinander Gespräch. Etwas schrill das Ganze, ja, und zugegebenermaßen sind der grüne Esel und auch die Glitzersteinkette des Ochsen etwas unrealistisch. So wie auch die ganze Weihnachtsgeschichte erscheint: Ein Gott, der durch den Mutterleib zur Welt kommt. Der Schöpfer, der sich zum Geschöpf macht, um uns Menschen nahe zu sein. Eine Schwangerschaft, durch die Gott selbst in Jesus nicht nur das Licht der Welt erblickt, sondern zum Licht der Welt wird. Die Adventszeit ist eine liebgewordene Gewohnheit mit einer besonderen Ausstrahlung, weil sie die schrille Idee und die unrealistische Botschaft der Liebe und des Friedens auf Erden wach hält. Die Traditionen verändern sich, aber die Erzählung von der Liebe Gottes, die Mensch wird, bringt sich immer wieder unverändert und doch neu ins Gespräch, verwundert oder begeistert.
Nicht nur in der Adventszeit.