Die "Orgel des Monats" Februar steht in der Melanchthonkirche in Rohrbach

Heidelberg, Februar 2022.In den evangelischen Kirchen Heidelbergs stehen wunderbare Instrumente.
In den nächsten Jahren stehen mehrere große Sanierungen dieser wertvollen Instrumente an. Damit die Orgeln in ihrer Unterschiedlichkeit bekannter werden, möchten wir in der kommenden Zeit je eine "Orgel des Monats" vorstellen. Mit diesem Projekt sollen Spenden gesammelt werden für den Heidelberger Kirchenmusikfonds, durch den die Orgelsanierungen mitfinanziert werden.
 
Organist Paul Tarling
 
Die Wurzeln der heutigen Orgel in der Rohrbacher Melanchthonkirche reichen zurück ins 18. Jahrhundert. Teile des heutigen Orgelprospektes gehen auf das vom Kurpfälzischen Orgelbauer Johann Friedrich Wiegleb gebaute Instrument von 1782 zurück; somit gehört das Rohrbacher Orgelgehäuse zu den wenigen in Heidelberg noch erhaltenen Prospekten der Barockzeit. Pfeifenmaterial ist aus dem Originalinstrument leider nicht erhalten; auch die Originaldisposition ist unbekannt.
 
Nach der Erweiterung der Kirche im Jahr 1908 wurde das Instrument auf die Westempore versetzt, wo es bis heute steht, und durch die Firma Steinmeyer erweitert. Bei einer weiteren Erneuerung 1961 durch die Firma Walcker wurde eine neue Spielanlange gebaut. Auch das Rückpositiv, das auf der Emporenbrüstung steht, kam neu dazu. Bis auf ein Register – die Schwebung, die 1992 dem Hauptwerk hinzugefügt wurde – entspricht das heutige Instrument dem Stand von 1961. Die Orgel verfügt über 29 klingende Register, verteilt auf das Hauptwerk (2. Manual), das Rückpositiv (1. Manual) und das Pedal.
 
Das Innenleben der Orgel ist sanierungsbedürftig
So wie viele Orgeln aus der Nachkriegszeit ist die Orgel in der Melanchthonkirche inzwischen sanierungsbedürftig. Die Elektrik entspricht bei weitem nicht mehr modernen Sicherheitsanforderungen und muss dringend erneuert werden. Gleichzeitig mit diesen Arbeiten soll auch die Spielanlage erneuert werden. Verschiedene Konzepte für die Zukunft der Melanchthon-Orgel wurden in der Gemeinde diskutiert, von der Integration des Rückpositivs in das Hauptwerk hin zu einem Neubau.
 
 
 
Die Gemeinde hat sich inzwischen für einen technischen Neubau des bestehenden Instrumentes ausgesprochen. So soll die Disposition samt Rückpositiv weitestgehend erhalten bleiben. Denkbar wäre die Erweiterung der sonst eher neobarocken Disposition um einige sanfte 8‘-Fuß-Register im Hauptwerk, um neue Perspektiven sowohl für die Interpretation romantischer Orgelmusik als auch für die Chorbegleitung zu ermöglichen. Für die vorgesehenen Arbeiten ist mit ca. 250.000 Euro zu rechnen. Somit soll die Orgel auch für kommende Generationen ein treuer Begleiter der Gottesdienste und des musikalischen Lebens in Rohrbach sein.
 
Text: Paul Tarlin, Organist der Melanchthongemeinde
 
Die Melanchthongemeinde freut sich über Spenden für die Orgelsanierung auf das Spendenkonto:
 
Evangelische Kirche in Heidelberg
IBAN: DE 77 6725 0020 0009 3129 51
BIC: SOLADES1HDB (Sparkasse Heidelberg)
Verwendungszweck: Kirchenmusikfonds Heidelberg
 
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