Am Sonntag, den 13. März hat Bürgermeisterin Stefanie Jansen auf Einladung der Citykirche in der Heiliggeistkirche eine Kanzelrede zu „Corona und die sozialen Auswirkungen auf unsere Stadt” gehalten. In ihrer Rede zeichnete sie ein kritisches Bild von den Auswirkungen der Pandemie auf die Stadtgesellschaft und auch von ihren eigenen Vorsätzen, in dieser Zeit vieles zum Guten zu verändern. „Ich wollte meinen Beitrag leisten zu mehr sozialer Gerechtigkeit in unserer Stadt. Doch nach zwei Jahren Pandemie sehe ich aller Orten eine Verschlechterung und mehr Ungerechtigkeit“, resümierte Jansen.
Die Heidelberger Bürgermeisterin für Soziales, Bildung, Familie und Chancengleichheit beantwortete im Nachgang Fragen zur gesellschaftlichen Lage in der Stadt. So bat eine Gottesdienstbesucherin um mehr professionelle Hilfsangebote für Menschen, die durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie traumatisiert sind, etwa weil sie sterbende Angehörige nicht begleiten durften oder sich nicht angemessen von ihnen verabschieden konnten. Altstadtpfarrer und Klinikseelsorger Mirko Diepen bestätigte diese Wahrnehmung und bat die Stadt um Kooperationsmöglichkeiten, um mehr Räume zu öffnen für Menschen, die über ihre Ängste und Einsamkeit sprechen möchten.
Voller Lob und Dankbarkeit über die Willkommenskultur der Stadt gegenüber geflüchteten Menschen äußerte sich Katharina Töpfer von der Kapellengemeinde. Die in Kirgisien als Tochter deutscher Einwanderer geborene, mittlerweile pensionierte Deutschlehrerin lebt seit 1984 in Heidelberg und engagiert sich hier für Menschen in Not. „Ich verneige mich vor der Stadtverwaltung für ihr menschenwürdiges Verhalten gegenüber all den geflüchteten Menschen, die in diesen Tagen, aber auch in den vergangenen Monaten in Heidelberg angekommen sind“, betonte die Russlanddeutsche. Gleichzeitig bat sie um Zusammenhalt und Solidarität mit allen Menschen, die unsere Hilfe benötigen und warnte vor einer Stigmatisierung und Schaffung von vermeintlichen Feindbildern.
„Wenn wir angesichts unserer knapper werdenden Ressourcen nicht mehr alle unsere kirchlichen Angebote aufrechterhalten könnten, auf welches wollten Sie als Vertreterin der Stadt keinesfalls verzichten?“, wollte Gastgeber und Citypfarrer Vincenzo Petracca von der Sozialbürgermeisterin zum Abschluss wissen. „Natürlich wollen und können wir nicht auf Ihre Kindertagesstätten verzichten. Aber wertvoll sind Ihre Angebote überall, an allen Stellen der Gesellschaft wird Kirche gebraucht“, lautete das wertschätzende Schlusswort der Sozialbürgermeisterin.
Hier können Sie die Kanzelrede von Stefanie Jansen nachlesen:




