"Eine Leerstelle des Unverzweckten für die Stadtgesellschaft" - Stuttgarter Architekturbüro schleicher.ragaller überzeugt beim Architektenwettbewerb

... für die Heidelberger Heiliggeistkirche mit seiner klaren Reduktion auf den Raum

Der Siegerentwurf sieht u.a. eine Angleichung des Bodens im Mittelschiff vor
Heidelberg, 20.03.2022. „Wir sind sehr glücklich über die vier eingereichten und konzeptionell durchdachten Entwürfe für Heiliggeist durch hochkarätige Architekturbüros“, freut sich Dekan Christof Ellsiepen über den Rücklauf zum Architektenwettbewerb Heiliggeist.
Am 17. März hat sich eine 33köpfige auswählende Jury mit Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur, Bürgergesellschaft, Kirche und Stadt sowie Kirchenbauexperten der Landeskirche, der Denkmalpflege und der Evangelischen Kirche in Deutschland mit den vier Entwürfen intensiv auseinandergesetzt. „Dass wir am Ende des Tages bei der Auswahl des Siegerentwurfs zu einem einstimmigen Ergebnis gekommen sind, ist herausragend in der langen Geschichte der Heiliggeistkirche. Mit diesem überwältigenden Votum erhoffen wir uns einen breiten Rückhalt in der Heidelberger Stadtgesellschaft und blicken einer Umsetzung des Projekts voller Optimismus entgegen“, so der Dekan.
 
Im Oktober 2021 hatte die Evangelische Kirche in Heidelberg einen Architektenwettbewerb zur Neugestaltung der Heiliggeistkirche ausgelobt. Die Vorgabe war, den Fokus auf den einzigartigen Raum der Heiliggeistkirche zu legen, der neu herausgestellt werden soll. „Wir wollten mit dem Architektenwettbewerb anregen, in neuen Dimensionen für diesen Raum zu denken, daher auch der Titel Heiliggeist mehr Raum geben“, erläutert Dekan Christof Ellsiepen das Projekt. „Der Raum soll für die Zukunft gedacht werden mit den vielen Perspektiven, die in Heiliggeist zusammenkommen: Spiritualität, Musik, Bildung und Kultur sowie Tourismus gehören in dieser wunderbaren Kirche zusammen.“
 
Einstimmige Wahl der Jury des Siegerentwurfs
Nun ist aus den vier eingereichten Arbeiten ein eindeutiger Siegerentwurf gekürt und der Öffentlichkeit vorgestellt worden: „Das Konzept des Büros Schleicher Ragaller Architekten aus Stuttgart hat die Jury begeistert, weil es mit der Idee einer Anhebung der Bodenebene des Mittelschiffes und des Eingangsbereiches das Problem der Barrierefreiheit in der Heiliggeistkirche löst“, erläutert die Juryvorsitzende Claudia Meixner die Entscheidung. „Das Überzeugendste an dieser Lösung ist aber, dass diese Maßnahme die Bodenebene so beruhigt, dass der Raumeindruck des großartigen Gewölbes seine Wirkung entfalten kann“, so die freie Architektin aus Frankfurt.
 
Architekt Michael Ragaller erläutert Dekan Ellsiepen seinen Entwurf
„An einer Kirche zu bauen ist keine alltägliche Aufgabe – noch dazu an einer Kirche wie Heiliggeist im Herzen der Heidelberger Altstadt“, kommentiert Architekt Michael Ragaller den 1. Platz seines Büros. „Die Juryentscheidung stellt für uns ein überaus motivierendes Signal dar, gemeinsam im Sinne pastoraler Gastfreundschaft einen Möglichkeitsraum jenseits kurzlebiger Trends zu entwickeln – eine `Leerstelle des Unverzweckten´ für die Stadtgesellschaft.“
 
 
Prälat Schächtele ist vom Siegerentwurf begeistert
Auch der Prälat des Kirchenbezirks Nordbaden Traugott Schächtele freut sich über den preisgekrönten Entwurf, der die Raumgestalt der Heiliggeistkirche zukunftsfähig und dadurch beispielhaft weiterentwickele. „Das Ergebnis des Wettbewerbs schafft eine Weitung des Raumes, die den Bedürfnissen einer zeitgemäßen Nutzung entspricht und gleichzeitig die besondere Geschichte der Heiliggeistkirche erinnert und sichtbar macht. Baden weit gibt es keine Kirche, die so bekannt und so häufig besucht ist wie die Heiliggeistkirche“, unterstreicht der Prälat ihre besondere Bedeutung innerhalb der Landeskirche.
 
„Ein vielseitiges und offenes Gestalten von Gemeindeleben, Kirchenmusik, Gottesdiensten und anderen Formen der Begegnung ist uns wichtig“, erläutert Karl-Friedrich Freitag als Vorsitzender die Wünsche des Ältestenkreises der Altstadtgemeinde. „Die Vorschläge aus dem Siegerentwurf eröffnen eine weite Nutzung der Kirchenraums und eine harmonische Abstimmung mit der kulturellen, touristischen und musealen Nutzung der Heiliggeistkirche.“
 
Die Entwürfe stoßen auf großes Interesse
Am Sonntag, den 20. März wurden die vier Entwürfe auf einer Vernissage in der Heiliggeistkirche der Öffentlichkeit vorgestellt, wobei es auch Raum für Rückfragen aus dem Publikum gab. Alle eingereichten Entwürfe werden bis zum 10. April im Nordschiff der Heiliggeistkirche ausgestellt.
 
Andacht zum 17.03. des Dekans Dr. Christof Ellsiepen:
Impuls zum 20.03. des Prälaten Prof. Dr. Traugott Schächtele: