Die Angst liegt uns wie ein Stein vor der Seele. Nur wenn wir sie überwinden, können wir eine neue Perspektive gewinnen: Von innen heraus befreit kommen wir in Bewegung – in eine Bewegung, die ins Leben führt. An Ostern schauen wir als Christen auf unseren „Namensgeber“, auf Jesus Christus, der damals den Seinen nach Galiläa vorausgegangen ist. Seine Auferstehung zeigt seine innere Freiheit im Leben aus Gott. Eine Freiheit, die in Bewegung bringt. Den Frauen am Grab ruft er zu: „Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen und dort werden sie mich sehen“ (Mt 28, 10).
Die Angst hat auch heute keine Chance, wo „ein Engel“ den Stein wegwälzt und Menschen Jesus nachfolgen „nach Galiläa“ und so aufstehen ins Leben: gegen Unterdrückung und Unrecht, gegen Gewalt und Verschwörungstheorien, gegen Hass und Ausgrenzung von Minderheiten, für Frieden, Gerechtigkeit und gegenseitige Achtung, die Bewahrung der Schöpfung und ein verantwortliches Umgehen mit den anvertrauten Ressourcen.
Die Dichterin Andrea Schwarz beschreibt es in ihren Worten „Und jeden Tag mehr leben“: „Ostern geschieht immer dann und dort, wo ein Mensch es wagt, den entscheidenden Schritt zu tun, die Grenze zu überschreiten, aus dem Grab herauszukommen, den Stein wegzuwälzen, der Versuchung zu widerstehen, liegen zu bleiben.“
Von Herzen wünschen wir Ihnen zu diesem Osterfest in bedrängenden Zeiten die Kraft, ins Leben aufzustehen, und dazu Gottes Segen und Freude!
Pfarrer Johannes Brandt & Dekan Christof Ellsiepen
Katholische & Evangelische Kirche Heidelberg



