Heidelberg, 30.08.2022. Der Verkauf des Kirchenmobiliars in der Heiliggeistkirche ist abgeschlossen. Alle Kirchenbänke, Stühle, Panzerglasvitrinen und Stellwände haben mittlerweile neue Besitzer gefunden. Bis zum Wochenende werden die Möbel abgeholt.
"Die große Resonanz auf den Verkauf unseres alten Kirchenmobiliars auch in den Medien hat uns selbst überrrascht", räumt Citykirchenpfarrer Vincenzo Petracca ein. Viele Menschen haben davon aus dem Radio oder der Zeitung erfahren und sind sogar aus der Umgebung angereist. "Eine Frau aus Waghäusel hat gleich 5 Stühle aus Eichenholz gekauft zur Erinnerung an ihre schöne Zeit in Heidelberg, das hat mich sehr berührt", freut sich Petracca. Ein Ehepaar aus der Bodenseeregion hatte im Radio gehört, dass Kirchenbänke verkauft werden und konnte diese nun beim ohnehin geplanten Besuch in Heidelberg begutachten.
Ursprünglich war das Mobilar aus den 60er Jahren auf den Nord- und Süd-Emporen der Heiliggeistkirche gelagert, weil es keine Verwendung mehr dafür gab. Seit 2005 stehen bequeme Stühle in den Kirchenschiffen, die flexibler zu stellen sind. Die leeren Emporen bieten nun einzigartigen Raum für eine zukünftige Nutzung: "Geplant ist eine Ausstellung zur ursprünglich dort beheimateten Bibliotheca Palatina, deren Originale nun im Vatikan stehen", erläutert der Citykirchenpfarrer den Grund des Verkaufs. Im Februar des kommenden Jahres jährt sich die "Wegführung" der kostbaren Bibliothek zum 400. Mal, eine Installation soll an die dadurch entstandene Leere am einstigen Gründungsort der Heidelberger Universität erinnern.
Der spektakuläre Umzug des Kirchenmobiliars von den über 10 Meter hohen Emporen wurde mit einem Schrägaufzug durch die Heidelberger Firma Fels bewerkstelligt. "Wir sind froh, wenn wir durch den Verkauf der Möbel die Kosten für diesen aufwändigen Umzug einigermaßen decken können", betont Pfarrer Petracca.





