Die Evangelische Kirche in Heidelberg will vor 2040 klimaneutral werden

Hans Hertle beantwortet die Fragen der Synodalen
Heidelberg, 14.10.2022. „Unsere Kirche auf dem Weg zur Klimaneutralität“ lautete das Thema der Heidelberger Stadtsynode am 13. Oktober. Im Zeichen des Klimaschutzes wurde an diesem Abend der Bogen gespannt von den biblischen und theologischen Grundlagen, eindrucksvoll referiert von Dr. Beate Großklaus, über das Klimaschutzkonzept der Evangelischen Kirche in Baden bis zum aktuellen Klimabericht für den Stadtkirchenbezirk Heidelberg und die daraus abzuleitenden Handlungsoptionen und -bedarfe.
 
Dekan Christof Ellsiepen, Synodenvorsitzende Ruth Hildebrandt und Klimaexperte Hans Hertle
Hans Hertle vom ifeu Institut stellte hierzu die aktuelle Untersuchung des Instituts zum Klimaschutzkonzept der Landeskirche vor und setze sie in Bezug zu Heidelberg. Hertle, der vor vielen Jahren am ifeu Institut den Bereich Klimaschutz aufgebaut hatte, machte die drastischen Folgen der industriellen Revolution deutlich. Während der Energieverbrauch vor 200 Jahren noch bei rund 100 Watt pro Person lag, ist er heute auf 6000 Watt angestiegen.
Dreiviertel des CO2 Ausstoßes der badischen Landekirche von insgesamt 52.600 Tonnen gehen auf Strom und Wärme zurück. „Die Entwicklung der letzten Jahre in der badischen Landeskirche ist zwar gut, sie muss sich aber noch drastisch verbessern, um das Ziel Klimaneutralität im Jahr 2040 tatsächlich zu erreichen“, konstatiert Hertle.
 
Seine Vorschläge: „Öl und Gasheizungen raus, bei Erneuerung auf alternative Energien wie Solarenergie und Passivhäuser setzen, in ländlichen Gebieten ist auch Wärmegewinnung aus Biomasse vertretbar.“ Fossilfreie Fernwärme, wie sie die Stadt Heidelberg derzeit ausbaue, sei ein wesentlicher Baustein hin zur Klimawende, aber auch Modelle wie „Nachbarschaftswärme“, bei der sich mehrere Häuser eine Heizungsanlage teilen, müssten mitgedacht werden. „Kämpfen Sie dafür, dass Sie auf den Dächern Ihrer kirchlichen Gebäude PV Anlagen installieren dürfen und schaffen Sie Optionen für gemeinsame Nutzung von Räumen, nicht nur ökumenisch, sondern stadtweit“, rät der Klimafachmann.
 
Beeindruckt von der Dringlichkeit der aktuellen Lage und dem Aufzeigen von Handlungsoptionen einigten die Synodalen sich an dem Abend auf folgendes Votum:
 
Die Evangelische Kirche in Heidelberg setzt sich dafür ein, das landeskirchliche Ziel der Klimaneutralität in unserem Kirchenbezirk vor 2040 zu erreichen. Bei Gebäudeentscheidungen im Rahmen des Strategieprozesses ist dies ein wichtiges Kriterium. Ab sofort werden alle Beschlussvorlagen über Bauvorhaben und Gebäudenutzung hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den CO2Fußabdruck sorgfältig geprüft und zugunsten einer klimagünstigen Lösung entschieden.
 
Das Votum für den Klimaschutz ist eindeutig
„Damit ist ein wichtiger Schritt getan, der für die weitere Entwicklung der Evangelischen Kirche in Heidelberg handlungsleitend sein wird“, freut sich Synodenvorsitzende Dr. Ruth Hildebrandt über das einvernehmliche Ergebnis des Abends.
 
Hier finden Sie den Vortrag vom ifeu Institut:
 
Hier finden Sie die Handreichungen zum Klimabericht:
 
Hier finden Sie die Gebäudeampel der EKIHD:
 
Hier finden Sie Handreichungen zum Handlungsbedarf:
 
Lesen Sie hier den RNZ Bericht von Julia Lauer vom 17.10.2022