Eines Tages erhält der berühmte britische Schriftsteller Gilbert Chesterton, der Erfinder des Pater Brown, ein Schreiben einer großen Tageszeitung: Sie betreibe eine Umfrage unter bekannten Schrifsteller*innen und Journalist*innen und bitte um einen Antworttext zur Frage „Was ist faul an dieser Welt?“.
Chesterton las die Anfrage, ging in die Küche, kochte sich einen Kaffee, nahm ein Glas Whiskey und eine Zigarre und setzte sich in seinen Lieblingssessel. Und dachte nach. Eine Stunde später stand er auf, ging an seinen Schreibtisch, nahm ein Blatt Papier und schrieb seine Antwort an die Zeitung. Er schrieb jedoch keine Abhandlung intelligenter Gedanken, keinen langen Brief oder mehrere Zeilen. Auf die Frage „Was ist faul an dieser Welt?“ antwortete er mit nur einem Wort: ICH.
Diese Antwort ist kein Scherz. Im Gegenteil. Sie ist eine mutige und zutiefst wahre Antwort. Kein langes Herumerklären, keine Allgemeinplätze. Der Schriftsteller berührt den wundesten Punkt, den es in der Welt gibt: Ich. Ich bin meine Aufgabe, ich bin meine Herausforderung. Bevor ich anderen die Schuld gebe, sollte ich auf mich schauen.
Was das mit Weihnachten zu tun hat? Wir alle sehnen uns nach Frieden, nach einem freiheitlich-selbstbestimmten Leben. Doch die Konflikte dieser Welt, meiner kleinen Welt wie der großen, die wir staunend und erschreckt in den Medien verfolgen, die Konflikte dieser Welt beginnen letztlich bei mir, in meinem Herzen. Mit meinen Prägungen und mit meiner Art, meiner Umwelt zu begegnen, bestimme ich, ob ich Frieden in diese Welt bringe, oder eben Unfrieden. Bei mir beginnt es. Wie gut und alles verändernd ist es da, wenn an Weihnachten Gott neu in mein Leben tritt. Jedoch nicht irgendwohin in mein Leben. Er lässt sich nicht in meinem Wohnzimmer nieder, oder hängt sich nicht an meine Garderobe. Gott wird in mein Herz hineingeboren. Also genau dorthin, wo Unfrieden oder eben Frieden durch mich in diese Welt kommt. Er hat die Segenskraft, mit der ich meine Gewohnheiten verändern kann, mich verändern kann. Das ändert alles.
Wenn ich anfange und nur zwei andere Personen zum Frieden überzeugen könnte. Und diese dann wieder zwei weitere überzeugen und diese dann wieder … Dann wäre in nur 32 Tagen (!) die Welt in Frieden. Vielleicht sind die „Menschen guten Willens“ noch zu leise und zögerlich ... Wir können die Eingangsfrage dahingehend ändern: „Was verändert wirklich diese Welt?“, meine kleine und die große um mich herum? ICH. Dann nämlich, wenn Gott in mein Leben tritt und mich verändert. Das verändert die Welt. Dann ist: Weihnachten.




