Mehr Schatten und Biodiversität in Heidelbergs Kirchgärten

von li: Pfarrer Gunnar Garleff, Landschaftsarchitekt Müller-Falkenhahn, Joachim Fallmann und Sabine Lachenicht vom Umweltamt und Älteste I. Behler freuen sich über den neuen Lampionbaum und die Silberlinde
Heidelberg, 27.07.2023 Im Rahmen des Hitzeaktionsplanes ist das Umweltamt Heidelberg im Austausch mit verschiedenen städtischen Akteuren. Dazu zählen auch kirchliche Einrichtungen. Neben Maßnahmen zur Hitzeanpassung, wie die Ausweisung von Kirchenräumen als Kühle Orte, umfasst der Hitzeaktionsplan auch Maßnahmen wie Beschattung und Begrünung. Das Umweltamt stellt für interessierte Pfarrgemeinden und Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft einzelne Bäume zur Verfügung.
 
So wurden im Frühling 2023 drei Bäume im Kirchgarten der evangelischen Friedensgemeinde in Handschuhsheim gepflanzt. Dort wachsen und gedeihen nun eine neue Linde sowie ein Eisenholz- und ein Blasenbaum, die sowohl im Eingangsbereich als auch im hinteren Teil des Kirchgartens für zusätzlichen Schatten und Raum für Insekten sorgen.
 
Irmgard Behler wässert die neuen Bäume - hier den besonders hitzeresistenten Eisenholzbaum - zweimal die Woche
„Mit großer Freude hat die Friedensgemeinde Handschuhsheim die Pflanzung der drei neuen Bäume im Garten rund um die Friedenskirche begleitet“, berichtet Pfarrer Gunnar Garleff. Neben ihrer ökologischen Funktion steigern sie die Aufenthaltsqualität im Außengelände der Gemeinde, die durch weitere Maßnahmen weiterentwickelt werden sollen. „Derzeit starten wir Überlegungen zur Entsiegelung des Bodens ebenso wie zur Installation weiterer Sitzgelegenheiten“, berichtet Garleff.
 
Über weitere Obstbäume freut sich außerdem das Team der Stadtmission Heidelberg. Schon bald sollen im Hof des Wichernheims in der Plöck die im Moment noch kleinen Pflanzen für die Bienen Nektar und für die Mitarbeitenden und Besucher frisches Obst liefern. Bereits im vergangenen Herbst wurden gleich mehrere Obstbäume im Kirchgarten der Rohrbacher Melanchthongemeinde sowie auf dem Kitagelände der Wieblinger Kreuzgemeinde gepflanzt. Das Umweltamt der Stadt Heidelberg hat die Obstbäume gespendet und die Empfänger übernehmen die Pflege der Bäume. Diese Aktion soll in diesem Herbst weitergeführt werden.
 
Die Kita-Kinder freuen sich über ihr neues Obstbäumchen
„Wir sind der Stadt Heidelberg sehr dankbar für diese wunderbare Aktion und freuen uns, dass wir mit unseren Grünflächen in den Stadtteilen einen Beitrag dazu leisten können, den Klimaschutz und den Erhalt der Artenvielfalt durch die Pflanzung neuer Bäume zu unterstützen“, unterstreicht Dekan Christof Ellsiepen diese wichtigen Aufgaben, die nur von allen Akteuren der Stadtgesellschaft gemeinsam zu stemmen sind.
 
Biodiversitätsstrategie
 
Neben Anpassung gegenüber Hitze tragen die Baumpflanzaktionen zur Erhöhung der Biodiversität bei und fördern den Anteil von städtischem Grün. Obstbäume sind eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Die Stadt möchte mit den Bäumen die Artenvielfalt und das Stadtklima fördern. Außerdem kann so zusätzlicher Lebensraum für Insekten und Vögel entstehen. Viele Insektenarten profitieren vom Blütenreichtum der Obstbäume und viele Vogelarten nutzen in einigen Jahren die Bäume, um dort zu brüten. Die Stadt Heidelberg setzt sich seit Jahren für den Erhalt der biologischen Vielfalt ein. Seit dem Frühjahr 2021 hat die Stadtverwaltung eine eigene Biodiversitätsstrategie zum Erhalt und zur Förderung der biologischen Vielfalt im Stadtgebiet.
 
Text: Joachim Fallmann, Umweltamt der Stadt Heidelberg und Karin Wilke, Evangelische Kirche in Heidelberg