Menschen mit Christus in Berührung bringen - Heidelberg und das Dekanat Heidelberg-Weinheim verabschiedeten Dekan Alexander Czech

Hinter Alexander Czech und Christoph Neubrand sind in der ersten Reihe (v.l.) Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner, der evangelische Dekan Christoph Ellsiepen sowie der Mannheimer Dekan Karl Jung zu sehen.
Heidelberg, 07.01.2024. Nach acht Jahren als Dekanatsjugendseelsorger und anschließend vier Jahren als Dekan verlässt Alexander Czech das Dekanat Heidelberg-Weinheim und die Heidelberger Stadtkirche, in denen er seit 2011 mitgearbeitet hat. In einem Vespergottesdienst in der Heidelberger Jesuitenkirche wurde am Sonntag, den 7. Januar der Abschied feierlich begangen.
 
„Wir wollen dankbar zurückschauen und die kommenden Wege Gott anvertrauen.“ Mit diesem Satz gaben die beiden Vorsitzenden von Dekanatsrat und Pfarrgemeinderat der Stadtkirche Heidelberg, Dr. Antje Blank und Dr. Daniela Seehaus, bei der Begrüßung das Motto für die Abschiedsfeier von Dekan Alexander Czech vor. Sie konnte eine Reihe von Vertreterinnen und Vertretern aus dem öffentlichen Leben und aus der Ökumene begrüßen, Familie und Freunde von Alexander Czech sowie zahlreiche Gäste aus Dekanat und Stadtkirche.

Eine außergewöhnliche Begabung

Zu Beginn seiner Ansprache zitierte der Freiburger Generalvikar Christoph Neubrand aus der Personalakte des scheidenden Dekans. Dort steht zu lesen: „Alexander Czech hat eine außergewöhnliche Begabung, Erwachsene und junge Menschen tiefer mit dem Glauben und mit Jesus Christus in Berührung zu bringen.“ In seinen verschiedenen Funktionen als Jugendseelsorger, als Dekan und Pfarrer habe Czech die Menschen immer wieder eingeladen, Gott zu suchen. Denn eine solche Suche bleibe nicht ergebnislos, sondern Gott lasse sich finden. Davon sei Alexander Czech überzeugt.
 
Vespergottesdienst am 7. Januar 2024 (v.l.): der stellvertretende Dekan Klaus Rapp, Dekan Alexander Czech, Generalvikar Christoph Neubrand und Pfarrer Johannes Brandt.
„Auch wenn wir noch so gut wären“, sagte Neubrand, „könnten wir die Welt nicht retten. Aber wir sind eingeladen, mit IHM diese Welt zu prägen.“ Neubrand dankte Czech für seine prägende Kraft – auch und gerade beim Aufbau und der Entwicklung der Katholischen Stadtkirche, in der sich vor neun Jahren die zwölf Gemeinden Heidelberg und Eppelheims zusammengeschlossen hatten.
 
Es sei Alexander Czech immer darum gegangen, mit den Menschen Wege zu suchen, wie Kirche gelebt werden kann. Seelsorgerinnen und Seelsorger seien vom Bischof für eine gewisse Zeit an einen Ort gesandt, um dort Menschen zu begleiten. Dann gelte es, weiterzuziehen und darauf zu vertrauen, dass andere den Weg weitergehen und das Begonnene fortsetzen.

Grußworte betonen die Spiritualität des scheidenden Dekans

Der evangelische Dekan Dr. Christoph Ellsiepen rief die engen ökumenischen Beziehungen der Heidelberger Kirchen in Erinnerung und brachte seine persönliche Wertschätzung des katholischen Kollegen zum Ausdruck: „Du bist eine geistliche Existenz, lebst deinen Alltag mit Christus – das schätze ich sehr.“
 
Gerade jetzt, sagte Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner, sei Frieden ein wichtiges Thema sowohl in den Rathäusern als auch in den Kirchen. Für den Frieden in einer Gesellschaft spielten die christlichen Kirchen eine wichtige Rolle. Er dankte den beiden Kirchen für ihr gemeinsames ökumenisches Zeugnis und Alexander Czech für sein prägendes Wirken in Heidelberg und in der Region.
 
Die Dekanatsratsvorsitzende Dr. Antje Blank nannte zwei Herausforderungen in Czechs vierjähriger Amtszeit als Dekan: die Coronakrise und das Projekt Kirchenentwicklung 2030. „Ich bin dankbar, dass du dich als profilierter Christ diesen Aufgaben gestellt hast.“
 
Die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats der Stadtkirche, Dr. Daniela Seehaus, dankte Alexander Czech, „dass du deine herausragenden Gaben als Priester, Seelsorger und geistlicher Begleiter in den Dienst der Stadtkirche gestellt hast“. Mit dem Aufbau des geistlichen Zentrums „NI.KO“ habe er, gemeinsam mit Pastoralreferentin Dr. Christiane Martin, neue Erfahrungsmöglichkeiten für Suchende eröffnet. „Und auch den Prozess Kirchenentwicklung 2030 hast du als geistlichen Prozess gestaltet.“ Zusammen mit Dekanatsreferentin Hannah Gniot bildete Alexander Czech die lokale Projektkoordination.
 
Nach dem Gottesdienst in der vollbesetzten Jesuitenkirche waren alle zu einem Empfang im Haus der Begegnung eingeladen.
Schließlich dankte Alexander Czech sechs Minuten lang („Ich habe das zuhause geübt und die Zeit gemessen“) Menschen und Personengruppen, die ihm in seinen gut dreizehn Jahren in Heidelberg und im Dekanat an der badischen Bergstraße wichtig waren. „Ein letztes Mal beginne ich mit ‚Meine Lieben‘“, sagte Czech, der mit dieser Anrede üblicherweise in den Gottesdiensten verwendete. Minutenlang spendeten die Menschen ihrem scheidenden Dekan Applaus und sprachen ihm so Dank für das Vergangene und Mut für den kommende Wegetappe zu.
 
Die Heidelberger Jesuitenkirche, erwies sich einmal mehr als guter und atmosphärischer Ort für einen solchen Gottesdienst. Dazu trug natürlich Bezirkskantor Dr. Markus Uhl und die Cappella Palatina unter seiner Leitung bei, die den Vespergottesdienst auch zu einem besonderen musikalischen Erlebnis machten.
 
Text und Fotos: Peter Wegener, Katholische Stadtkirche Heidelberg