Heidelberg, 07.03.2024. 10 Tage lang erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler der Heidelberger Elisabeth-von-Thadden Grundschule miteinander, wie sie das Motto „Ich-Du-Wir, in Frieden leben wollen wir“ in ihrem Schulalltag leben wollen. In täglich 90 Minuten diskutierten sie darüber, wie sie mithilfe der „Friedensbrücke“ Konflikte untereinander friedlich lösen können. Am 6. März feierte die Schulgemeinschaft in einer Segensfeier den Abschluss ihrer ereignisreichen Friedenswoche.
„Was Nettes zueinander sagen“, „Streit mit Worten lösen“, „schon ganz früh eine Lösung im Kopf haben, wie man Streit vermeiden kann“, rufen die Kinder auf die Frage, wie sie selbst Friedensstifter sein können, in die Runde. „Schlaue Menschen reden miteinander“, weiß eine Viertklässlerin und ist damit schlauer als manch Erwachsener. Mit großer Begeisterung singen sie „Lasst uns anstiften zum Frieden“ und freuen sich über ein Foto zur Erinnerung an ihre gemeinsam gestaltete Friedenscollage.
„Für die Basis, den Boden, auf den sich die Friedensbrücke aufbaut, sind bestimmte Regeln und Grundhaltungen notwendig“, erläutern die Schulleiterinnen Brigitte Bierig-Feuerstein und Regine Wirth. „In den letzten 10 Tagen wurde mit den Schülerinnen und Schülern thematisiert, wie wichtig es ist, dass wir uns gegenseitig ausreden lassen, ruhig bleiben, genau zuhören, uns anschauen und respektvoll und wertschätzend dem anderen umgehen.“
Die Bausteine der Friedensbrücke wurden in Gesprächsrunden und Rollenspielen erarbeitet und eingeübt. Dazu gehören das wertschätzende Sprechen mit dem Gegenüber, Gefühle wahrnehmen und Bedürfnisse Ansprechen, Konfliktlösungen finden und am Ende auch Rituale der Wiedergutmachung. „Damit die Kinder in ihrem Schulalltag immer wieder an die verschiedenen Schritte zur Konfliktlösung erinnert werden, haben wir für alle im Schulhaus gut sichtbar die Friedensbrücke aufgebaut“, erzählen die Schulleiterinnen.
Erst im vergangenen Sommer hat die evangelische Grundschule ihr 5jähriges Jubiläum als erste Friedensstifterschule in Baden gefeiert. Mittlerweile sind viele weitere Schulen diesem Beispiel gefolgt und bilden kleine und große Friedensstifter aus. Begleitet werden diese Maßnahmen vom Friedensbeauftragten der badischen Landeskirche Stefan Maaß. Gemeinsam mit der Religionspädagogin Daniela Koch hat er an der Heidelberger Thadden-Grundschule Lernbegleiter und Lehrkräfte auch anderer Schulen zu Friedensstifter-Trainern ausgebildet und die Schülerinnen und Schüler nun in ihrer Friedenswoche begleitet.
„Die Begeisterung der Kinder, Konflikte in Rollenspielen aufzuarbeiten und dabei ihre eigenen Ideen zur Konfliktlösung zu finden, hat mich am meisten beeindruckt“, kommentiert Maaß seine Erlebnisse aus der Friedenswoche. „Viele haben sich noch ganz genau an die Themen erinnert, die wir im letzten Jahr gemeinsam erarbeitet haben“, freut sich Maaß über die Nachhaltigkeit seiner Friedensarbeit.
„Der Funke springt auch zu anderen Schulen über. Neugierig entdecken auch externe Kolleginnen und Kollegen das Friedens-Konzept. Das brauchen wir dringend nicht nur an Schulen, sondern weltweit: So geht Friedenstiften!“, hofft Schuldekanin Beate Großklaus.
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