"Miteinander für Heidelberg"

Heidelberg. Das diesjährige Treffen der evangelischen und katholischen Kirche und ihrer Wohlfahrtverbände Diakonisches Werk und Caritas mit dem Gemeinderat am 17. September diente mit Blick auf die neuen Stadträtinnen und -räte dem gegenseitigen Kennenlernen.
 
Dazu hatten Dekan Dr. Ellsiepen, sein katholischer Amtskollege Johannes Brandt und die Leitungen des Diakonischen Werks und der Caritas Martin Heß und Dr. Susanna Re unter dem Motto „Miteinander für Heidelberg“ in das Ökumenische Forum +punkt. auf dem Klinikcampus im Neuenheimer Feld eingeladen. Dieses ökumenische Forum besteht seit acht Jahren und „sieht sich im Dienst von Menschen aller Berufsgruppen, Bekenntnisse und Religionen mit einem Bedürfnis nach Auseinandersetzung mit Grundfragen menschlicher Existenz. Im ökumenischen Forum wird gedacht, gelebt und gefeiert“, heißt es auf der Internetseite des +punkt. (www.pluspunkt-inf130.de)
 
Damit ist zugleich eine Kernaufgabe von Kirche beschrieben. Die beiden Dekane betonten, dass es den Kirchen darum ginge, trotz sinkender Kirchensteuereinnahmen und schwindender personeller Ressourcen den Menschen in allen Stadtteilen transzendente Räume zu öffnen und Orte der Begegnung zu schaffen, in denen sie mit ihrer unterschiedlichen Bedürftigkeit wahrgenommen und unterstützt werden.
 
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Gastgeber standen sieben ökumenische Arbeits- und Themenfelder im Mittelpunkt der diesjährigen Begegnung: die Klinikseelsorge, die Arbeit im Ankunftszentrum PHV und der Schwetzinger Erstaufnahme Tompkins, die gemeinsame Trauerfeier für alleinstehende Menschen ohne Angehörige, die ökumenische Nachbarschaftshilfe, der konfessionsübergreifende Religionsunterricht, der interreligiöse Dialog sowie das Bekenntnis zu einer diversen, vielfältigen Gesellschaft.
 
Diese Themenfelder bilden nur einen Ausschnitt der umfänglichen (ökumenischen) Arbeit und veranschaulichen die Vernetzung der Kirchen und ihrer Wohlfahrtsverbände mit anderen, zum Teil städtischen Institutionen und Diensten; aber auch die Vernetzung mit vielen engagierten ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger in Heidelberg (besonders in der Arbeit mit Geflüchteten und in der Nachbarschaftshilfe).
 
Im anschließenden Austausch wurde auch über die Zukunft der konfessionellen Kitas und die Angebote der offenen Kinder- und Jugendtreffs gesprochen. An Ende wurde alle Beteiligten deutlich: In Zeiten knapper werdender Ressourcen in Kirchen und Kommunen braucht es den solidarischen Schulterschluss und einen Dialog auf Augenhöhe, damit die etablierten, sozialen Angebote der Kirchen und ihrer Wohlfahrtsverbände erhalten bleiben und das Motto des Abends auch in die Zukunft weisen kann: Miteinander für Heidelberg!
 
Text: Parvin Niroomand, Evangelische Kirche in Heidelberg