Kurzfristige Schließung der Jakobuskirche in Heidelberg-Neuenheim aufgrund von Baumängeln
- 04.03.2025 -
Heidelberg, 04.03.2025. Die Evangelische Kirche in Heidelberg bedauert zutiefst, dass die Jakobuskirche in Heidelberg-Neuenheim aufgrund erheblicher baulicher Herausforderungen kurzfristig zum 01. März geschlossen werden musste. Ein Gutachten zur Sicherheit der Fensterfassade ergab, dass die Kirche mit sofortiger Wirkung geschlossen werden muss. Mit der Johanneskirche stand bereits am letzten Sonntag ein Ausweichort für den Gottesdienst zur Verfügung.
Jakobuskirche im Spätsommer
Die Jakobuskirche, bekannt für ihre beeindruckenden, großen Glasfensterflächen, sieht sich mit gravierenden baulichen Problemen konfrontiert. Die durch UV-Strahlung beschädigten Dichtungen, die die Glasscheiben zusammenhalten, verlieren ihre Funktionalität, während Wind und Wetter die mechanischen Befestigungen zusätzlich belasten. Auch die nachträglich installierten Lastabtragungen entsprechen nicht mehr den aktuellen technischen Richtlinien und müssen erneuert werden. Eine komplette Erneuerung der Abdichtungsfugen ist unumgänglich, um die langfristige Sicherheit der Fensterfassade zu gewährleisten. Im gegenwärtigen Zustand könnten die Fenster sowohl in den Innenraum oder den Außenbereich fallen.
Die Problematik der Fensterfassade war seit längerer Zeit bekannt. Ein dahingehendes von der Evangelischen Kirchenverwaltung und der Jakobusgemeinde in Auftrag gegebenes und Ende letzter Woche erhaltenes Gutachten attestierte nun sofortigen Handlungsbedarf, um die Sicherheit sowohl im Kirchengebäude als auch im Außenbereich zu garantieren. „Die kurzfristige Stilllegung der Jakobuskirche und Auswirkungen für die Gemeinde bedauere ich sehr, jedoch steht die Sicherheit an erster Stelle“, betont Steffen Jooß, Geschäftsführer der Evangelischen Kirchenverwaltung. „Das Gutachten lässt uns keine andere Wahl.“
Der geschäftsführende Pfarrer, Dr. Gunnar Garleff, wird gemeinsam mit dem Ältestenkreis und dem Dekanat in den kommenden Wochen intensiv an möglichen Lösungen arbeiten. Momentan noch unklar ist, wie es langfristig mit der Kirche weitergehen wird. Nach den Vorgaben der Badischen Landeskirche wurden im Rahmen des Strategieprozesses, den die Evangelische Kirche in Heidelberg aktuell durchläuft, alle kirchlichen Gebäude klassifiziert. Nach dieser Klassifizierung dürfen schon jetzt keine landeskirchlichen Gelder in den baulichen Erhalt der Jakobuskirche fließen. „Wir setzen alles daran, gemeinschaftlich eine fundierte Lösung zu finden“, so Gunnar Garleff, „wir sind aber froh, dass wir mit der Johanneskirche und der Friedenskirche zwei gute Gottesdienstorte in Neuenheim und Handschuhsheim anbieten können.“
Für die bislang in der Jakobuskirche geplanten Gottesdienste und Veranstaltungen werden alternative Räumlichkeiten im Norden Heidelbergs zur Verfügung gestellt. Die gemeinsamen Gottesdienste in Neuenheim finden zunächst in der Johanneskirche statt. Der Abendgottesdienst am 16. März muss leider entfallen. Der Gemeindesaal der Jakobusgemeinde ist nicht betroffen und ist weiterhin über den Hof zugänglich, aber nicht barrierefrei.
Die Evangelische Kirche in Heidelberg bedankt sich bei allen Gemeindemitgliedern, Besucherinnen und Besuchern für ihr Verständnis und ihre Geduld in dieser schwierigen Situation.