Bahnstadt. „Gott zieht in die Bahnstadt ein“, so formulierte es Dieter Bartmann, Vorsitzender des Stadtteilvereins in bildhaften Worten. Denn nun ist er endlich eröffnet, zwar mit einiger Verspätung, doch umso feierlicher. Der ökumenische Kirchenraum HALT. Kirche in der Bahnstadt. Blaue Luftballons wiesen den Weg zur Galileistraße 25 zur Eröffnung der ökumenischen Einrichtung. Am Sonntag lachte die Sonne und es „hielten“ hier so viele Besucher, dass der Kirchenraum nicht reichte, aber vor dem Neubau waren genügend Tische und Bänke sowie Versorgungszelte aufgebaut. Per Lautsprecher wurde der ökumenische Gottesdienst nach außen übertragen. Das Planungsteam hatte alles gut vorbereitet, mit flotter musikalischer Begleitung durch den Posaunenchor der Luther- und Markusgemeinde und den jungen Bahnstadtchor „Abgefahren“. Ein schlichter Altar und ein Kreuz-Relief des Künstlers Reinhard Strauß schmückten den Raum.
Von Anfang sei klar gewesen, dass diese Einrichtung ein ökumenisches Projekt werden sollte, betonte Dekanin Dr. Marlene Schwöbel-Hug in ihrer Ansprache. Gern hätte man hier in der neuen Trabantenstadt Heidelbergs eine „richtige“ Kirche gebaut, doch dafür wurden keine Gelder zur Verfügung gestellt. Also taten sich die Luthergemeinde Heidelberg und die Seelsorgeeinheit Philip Neri bei den Planungen zusammen, denn die Gläubigen in der Bahnstadt sind diesen Pfarrgemeinden zugeteilt. Aber damit die Evangelischen und Katholischen Christen eine Anlaufstelle, einen Halt, in dem Neubausiedlung erhalten, gestalteten beide einen modernen Raum im Erdgeschoss, der zunächst einmal jeden Tag von 11 bis 12 Uhr geöffnet ist. Denn hier bereits die ökumenische Nachbarschaftshilfe Heidelberg Mitte mit der Luthergemeinde Heidelberg und der Seelsorgeeinheit Philip Neri (St. Albert, St. Bonifatius und St. Michael) sowie der Evangelischen Freikirchlichen Gemeinde vor Ort. Beide Leiterinnen Caroline Melching und Martina Meier wurden von den Pfarrern ins Amt eingeführt. , „Wir hätten auch gern eigenes Seelsorge-Personal hier eingeplant, aber das ist in der personell sehr angespannten Situation unserer beiden Kirchen nicht möglich“, sagte Dekanin Dr. Marlene Schwöbel-Hug. Gemeinsam mit Dekan Dr. Joachim Bauer weihte sie den HALT. mit Gebet und Liedern ein. Bürgermeister Dr. Joachim Gerner übersandte Grußworte und sprach von einer gelungenen ökumenischen Zusammenarbeit in diesem prosperierenden Stadtteil mit Kita, Grundschule und Geschäften.
Informationen über HALT. Kirche in der Bahnstadt.
Auf insgesamt rund 150 Quadratmetern angemieteter Fläche. Eine Lounge mit Sitzecke, der große Raum kann durch mobile Holzwände geteilt werden. Moderne Beleuchtung und große Fenster geben Helligkeit. Hinter mobilen Holzverkleidungen sind Stühle und Tische gelagert, ein kleines Büro mit Teeküche sowie zwei Toiletten und ein kleiner Flur bilden den hinteren Bereich. Sprechstunde der ökumenischen Nachbarschaftshilfe täglich von 11 bis 12 Uhr. Der Gruppenraum kann für Chöre, Kreise, Kurse und spirituelle Veranstaltungen genutzt werden. Jedoch finden hier keine Gottesdienste statt. Verkauf von Fairtrade-Waren.
Architekt: Architektin Antje Pieper (EkiHD), Till Schweizer, Design: Uli Odenwald