Festlichkeiten zum Heidelberger Katechismus

- 03.05.2013 - 

Heidelberg. Mit einem Festwochenende wurde vom 9. bis 12. Mai 2013 das 450. Jubiläum des Heidelberger Katechismus gefeiert. Höhepunkt war am 11. Mai der Festakt mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann und dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Dr. h.c. Nikolaus Schneider in der Heiliggeistkirche. Zugleich wurde die internationale Ausstellung „Macht des Glaubens“ im Kurpfälzischen Museum der Stadt Heidelberg und im Heidelberger Schloss eröffnet.

Die 1563 in Heidelberg veröffentlichte Bekenntnisschrift wurde weltweit verbreitet, in 40 Sprachen übersetzt und ist bis heute die bedeutendste Schrift der reformierten Kirche, an der sich mehr als 20 Millionen Menschen orientieren. Auch die Evangelische Landeskirche in Baden zählt den Heidelberger Katechismus zu ihren Bekenntnisgrundlagen. An dem Festakt am 11. Mai um 15 Uhr in der Heiliggeistkirche nahmen neben mehreren hundert geladenen Gästen auch Heidelbergs Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner und der badische, evangelische Landesbischof Dr. Ulrich Fischer teil.

Mit hochkarätigen Leihgaben aus dem In- und Ausland (unter anderem aus London, Paris, Delft, Wien, Hamburg, Berlin und München) illustriert die Ausstellung „Macht des Glaubens“ die Entstehungszeit des Heidelberger Katechismus als einer Zeit der Krise und des Umbruchs um 1600: Die Kurfürsten von der Pfalz steigen auf zu Führern der Protestantischen Union und werden zum Gegner von Kaiser und katholischen Reichsständen. Dynastische Verbindungen zu den Niederlanden und England sollen ihre Position sichern. Im Land selbst prägen die mehrfachen Glaubenswechsel der Herrscher und die damit verbundenen Auswechslungen der geistigen Elite, die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Natur, aber auch die Angst vor der Zukunft Zeit und Lebensgefühl. An zwei unterschiedlichen Standorten (Kurpfälzisches Museum und Schloss Heidelberg), wird diese Zeit des Umbruchs in Portraits, kostbaren Handschriften, Grafiken, Waffen, edlen Kunstgerätschaften und Animationen wieder lebendig.

Im Vorfeld des offiziellen Festaktes trugen sich Winfried Kretschmann, Dr. h. c. Nikolaus Schneider und der katholische Erzbischof Dr. Robert Zollitsch in das Goldene Buch der Stadt Heidelberg ein. Das Festwochenende begann am 9. Mai mit einem öffentlichen Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt, der in der ARD live von 10 bis 11 Uhr übertragen wurde. Der Gottesdienst stand unter dem Motto „Der Himmel geht über allen auf“. Neben Dekanin Dr. Marlene Schwöbel-Hug als Predigerin wirkten musikalisch die beiden Heidelberger Kantoren Christoph Andreas Schäfer und Ulrich Seibert sowie die Heidelberger Studentenkantorei, der Kinderchor der Altstadtgemeinde sowie der Bezirksbläserkreis Heidelberg unter Leitung von Georg Bießecker mit.

Ein öffentlicher Festgottesdienst beschloss das Jubiläumswochenende am 12. Mai in der Heiliggeistkirche. Hieran nahmen ökumenische Gäste aus den Niederlanden, Tschechien, Rumänien, Ghana, Kamerun und Indonesien teil. Die Predigt hielt Landesbischof Dr. Ulrich Fischer (siehe Predigten unter Heidelberger Katechismus).