Heidelberg. Vom 9. bis 12. Oktober informierte sich die Visitationskommission der Landeskirche, erstmals unter Vorsitz des neu gewählten Landesbischofs Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh über die Arbeit in der Evangelischen Kirche in Heidelberg. Es herrschte, trotz eines prall gefüllten Programms, eine gelockerte und gute Atmosphäre beim Besuch der Visitationskommission. Und wenn sogar beim offiziellen Empfang für die geladenen Gäste und BürgerInnen von Heidelberg in der Lutherkirche dem Oberbürgermeister ein Geburtstagsständchen gesungen wird, dann ist das ein herzlicher Beitrag von „Kirche für die Stadt“. Denn seit vielen Jahren besteht ein freundschaftliches Miteinander zwischen Kirche und Stadt, zwischen Dekanin Marlene Schwöbel-Hug und Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner. Das Thema der Bezirksvisitation war vom Stadtkirchenrat mit „Kirche in der Stadt“ also gut gewählt. Doch könnte die Überschrift über diese Visitation, die alle sieben Jahre im Kirchenbezirk stattfindet, eher „Kirche mit der Stadt“ heißen, so lautete einmütig das Fazit der Teilnehmer. Denn Kirche und Stadt haben sich miteinander eng und freundschaftlich verwoben, in einem Netzwerk mit Vertretern von Politik, Universität, Kultur, verschiedenen Religionen und den sozialen Einrichtungen. Eine Zusammenarbeit, die einen Gewinn für beide Seiten darstellt.

Quelle: ekihd
Straffes Programm ließ tiefe Einblicke zu

Quelle: ekihd
Der Blick von außen auf den Kirchenbezirk, intensive Gespräche, Sitzungen und Informationen vor Ort sind für den Oberkirchenrat und die Vertreter der Landessynode dabei wichtig, um zu schauen, welche Strukturmaßnahmen seit der letzten Visitation umgesetzt wurden, und um Ziele für die Zukunft festzulegen. Den Anfang machte ein Bildungsforum in der Gemeinschaftsschule auf dem Boxberg, der „Waldparkschule“, zum Thema: „Was brauchen Schulen von der Kirche? – Welchen Gewinn haben Schulen von der Kirche?“, das von Schuldekanin Dr. Beate Großklaus moderiert wurde. Klar wurde in den Referaten und Diskussionen, dass beide Seiten einen Gewinn voneinander haben. Landesbischof Cornelius-Bundschuh unterstrich, dass Kirche mit dem Religionsunterricht an den Schulen durchaus einen spirituellen Mehrwert bringt. Ein Besuch bei der Internationalen Bauausstellung Heidelberg GmbH (IBA) zeigte der Kommission auf, welches zukünftige, preiswürdige Projekt Kirche und Stadt beim Bau einer Kindertagesstätte auf dem Boxberg verfolgen und wie stark gerade Kirche und Stadt beim Thema Kinderbetreuung verbunden sind. Dies betonte anschließend im ökumenischen „HALT. Kirche in der Bahnstadt“ auch Myriam Feldhaus, Leiterin des Kinder- und Jugendamtes, Angelika Haas-Scheuermann, Leiterin des Amtes für Soziales und Senioren sowie Bürgermeister Wolfgang Erichson in ihren Referaten. Mit einer Führung durch die „Diakoniestraße“ in der Plöck mit ihren zahlreichen sozialen Einrichtungen und der Besichtigung der Providenzkirche, wurde die Präsenz von Kirche in der Stadt für die Kommission greifbar.

Quelle: ekihd

Quelle: ekihd
Großer Empfang und außerordentliche Synode

Quelle: ekihd
„Wie es im Propheten Jeremia heißt, sollen wir der Stadt Bestes suchen und auch für sie beten. Wir sind als evangelische Kirche in Heidelberg dankbar und froh, dass wir einen so kurzen und immer unkomplizierten Weg ins Rathaus haben“, erklärte Dekanin Marlene Schwöbel-Hug bei der Begrüßung der Gäste aus Politik, Universität, Wirtschaft, Kultur und Heidelberger Muslimen sowie verschiedener Religionen beim Empfang für die Bürgerinnen und Bürger im Lutherzentrum. Schwöbel-Hug: „Wir haben als evangelische Kirche in Heidelberg rund 44.000 Mitglieder in 17 Pfarrgemeinden. Gemeinsam mit der katholischen Kirche und den Kirchen der ACK, der Evangelischen Allianz und den christlichen Kirchen anderer Nationen sind wir rund 90.000 Christen in Heidelberg, die gern und engagiert in ihren Gemeinden und in der Stadt mitdenken, mit arbeiten und für Kirchen und Stadt beten. Wir alle sind Heidelberger und fühlen uns unserer Stadt verbunden.“ Bei Imbiss und Sekt kamen sich Kommission und Gäste in angeregten, aber vor allem fröhlichen Gesprächen näher. Bei der anschließenden Tagung der Stadtsynode hatten die Synodalen über die vom Stadtkirchenrat gemachten Vorschläge für die Ziele der kommenden sieben Jahre zu beraten. Im Stadtkirchenrat wurden dann die Ziele endgültig formuliert. In einem und afrikanischer Musik und Tänzen untermalten Gottesdienst in der Diakoniekirche der Kapellengemeinde, predigte der Landesbischof: „Da ziehen neue Musik und neue Formen ein, der Afrika-Gottesdienst entstand, die Internationalität der Gemeinde ist wunderbar… wichtig scheint mir: Körper und Geist, Leib und Seele gehören zusammen, wenn wir im Geist Christi leben.“ Diakonie sei nichts neben der Kirche oder ein zusätzlicher Auftrag, sondern Lob Gottes und gerechte Politik, eine gute Beratung, gemeinsamen Singen und eine stärkende Segnung.
Zielvereinbarungen

Quelle: ekihd

