
Quelle: ekihd
Heidelberg, 11.02.2011. Mit einer spektakulären Aktion und starker Symbolkraft hat die Evangelische Landeskirche in Baden (EkiBa) ihre Klimaschutzkampagne gestartet: In schwindelnder Höhe blies die Spezialfirma Public Activ aus Hamburg eine 130 Kilogramm schwere, knallrote Plane am Turm der Heiliggeistkirche mit Luft auf. Nach anfänglichen Schwierigkeiten formte sich der riesige Stoffballen allmählich zu einem 40 Meter langen, fünf Meter hohen und einen Meter dicken ‚Schal’. Diese ungewöhnliche Aktion sorgte vier Tage lang für großes Aufsehen. Und das war durchaus gewollt. Die neugierig gewordenen Menschen konnten sich an Ständen vor und in der Heiliggeistkirche über den Hintergrund dieser Aktion informieren und sich ein Bild von der Klimaschutz-Initiative der badischen Landeskirche machen. In der Hauptstraße zog derweil auch der Schülerchor des Thadden-Gymnasiums mit seinem Gesang viel Aufmerksamkeit auf sich und informierte die Passanten. Der Stoff für den ‚Schal’ wurde nach dem Einsatz am Turm der Heiliggeistkirche in den Diakonischen Werkstätten Mosbach zu Taschen weiterverarbeitet.
Große Ziele
Die EKiBa hat sich den ehrgeizigen Plan gesetzt, bis 2015 eine Einsparung des Co2-Ausstoßes von 25 Prozent und bis zum Jahr 2020 sogar von mindestens 40 Prozent zu erreichen. Das bedeutet bis zum Jahr 2020 einen Rückgang von jetzt 43.000 Tonnen Co2 Ausstoß auf dann 25.000 Tonnen und somit ein Minus von 40 Prozent. Dabei setzt die Landeskirche auf Gebäudesanierungen, Ökostrom und vor allem auf eine nachhaltige Veränderung des alltäglichen, klimarelevanten Verhaltens. Dies wolle man mit Überzeugungskraft in den Kirchengemeinden durchsetzen, denn die Teilnahme an dem Programm sei freiwillig. Landesbischof Dr. Ulrich Fischer, der an diesem Tag seinen 62. Geburtstag feierte, betonte in einer Pressekonferenz im Morata-Haus vor zahlreichen Journalisten: „Wir haben in den 80-er Jahren, als das große Waldsterben einsetzte, bereits mit kleinen Schritten begonnen. Beispielsweise mit dem Wasser- oder Stromsparen und an neuen Umwelt-Managementsystemen wie dem ‚Grünen Gockel’ gearbeitet.“ Jetzt sei es wohl schon ‚Fünf nach Zwölf’, mahnte Fischer und daher müsse sofort etwas getan werden, um die Klimakatastrophe aufzuhalten. „Die Bewahrung der Schöpfung wurde uns als Auftrag von der Bibel gegeben und ist Teil des Glaubens für uns Christenmenschen“, sagte Fischer.
Drei Säulen
Das Konzept für die Kampagne ruhe auf drei Säulen: Umstellung auf regenerativen Strom, nutzerorientierte Instrumente (Umweltmanagement Grüner Gockel, Energiecheck Sparflamme und Schulungsangebote) sowie energetische Gebäudesanierungen und umweltschonendes Bauen. Zu diesem Thema konnte Dr. André Witthöft-Mühlmann, Leiter des Büros für Umwelt und Energie bei der EkiBa, genaue Zahlen und Maßnahmen erklären. Mit im Umweltboot sitzen vor allem auch die Evangelische Stiftung Pflege Schönau (ESPS) und das Bundesumweltministerium mit einer finanziellen Unterstützung. Die ESPS hat sich seit Jahren der Nachhaltigkeit bei der Bauunterhaltung von rund 2.750 Kirchengebäuden in Baden angenommen. Geschäftsführer Ingo Strugalla erläuterte die bisherigen Maßnahmen der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau in Baden.
Dekanin Dr. Marlene Schwöbel dankte den vielen Helfern vor Ort sowie Pfarrer Martin Hauger für die Unterstützung bei diesem Projekt: „Wir finden es gut, dass die Klimaschutzkampagne hier bei uns in Heidelberg symbolisch gestartet wird!“ Sie erklärte, dass 74 Gebäude von der evangelischen Kirche in Heidelberg unterhalten werden müssten, davon seien einige wahre Energieschleudern. Daher müsse man mehrere Gebäude veräußern oder sogar abreißen lassen. „Es ist das Gebot der Stunde, dass wir zukünftig nur noch nach ökologischen und ökonomischen Vorgaben bauen, gemeinsam mit den Gemeinden haben wir dies vor Augen,“ sagte Schwöbel. Die Dekanin fügte hinzu, dass sich zwei Pfarrgemeinden inzwischen mit dem Umweltsiegel ‚Grüner Gockel’ zertifiziert haben, eine Gemeinde setze das Konzept der 'Sparflamme’ um.

Quelle: ekihd
Infostände vor der Heiliggeistkirche

