Karlsruhe (22.3.2011)
Landesbischof Ulrich Fischer will sich in der neuen Ethikkommission der Bundesregierung für einen breiten gesellschaftlichen Konsens zum Atom-Ausstieg stark machen. Fischer erinnerte daran, dass die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) seit langem auf einen Ausstieg aus der Kernkraft und auf den forcierten Ausbau der Erneuerbaren Energien dringe.
Der badische Landesbischof ist von Bundeskanzlerin Angela Merkel als Vertreter der evangelischen Kirche in die Ethikkommission Sichere Energieversorgung berufen worden. Fischer sagte, er freue sich über die Ernennung und werde in der Kommission die von der EKD seit Jahren vertretene Position zur Atompolitik vertreten.
Die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima habe die Grenzen aufgezeigt, die dem Menschen gesetzt seien, unterstrich Fischer: "Sie zwingt uns Demut auf." Fukushima habe gezeigt, dass es sich bei der Atomkraft um eine Technik handele, die der Mensch in letzter Konsequenz nicht beherrschen könne. Dies sei nicht hinnehmbar, denn die Atomkraft könne eine tödliche Dynamik entwickeln.
Fischer begründete seine tiefe Skepsis auch mit der ungelösten Endlager-Frage. Mit dem Atommüll hinterlasse man kommenden Generationen eine Altlast, deren Schwere gar nicht abzuschätzen sei.

