Zwischen Wüstenwanderung und Blumengarten

- 09.04.2011 - 

„Markt der Möglichkeiten“ bot Pfarrgemeinden erstmals eine breite Plattform für Präsentation und Gespräche

Quelle: ekihd

Heidelberg. 09.04.2011. (tri)
„Umstrukturierung, da muss man durch, denn nicht strukturiert zu sein führt zu leeren Kassen!“ Dieses Fazit zogen Michaela Deichl und David Reichert in  „Szenen einer Kooperation“. Mit ihrem  Sketch beim reich bestückten „Markt der Möglichkeiten“ zeigten die Pfarrer der Kreuz- bzw. Luthergemeinde in humoriger Weise, wo der Schuh im evangelischen Kirchenbezirk in Heidelberg drückt. Knappe Kassen, geringere Mitgliederzahlen und baufällige, teils zu große Gebäude bedingen eine Strukturreform mit Sparmaßnahmen und Vernetzungen auf vielen Gebieten in der Gemeindearbeit. Dekanin Dr. Marlene Schwöbel dankte Pfarrern, Kirchenältesten und Besuchern für das große Interesse an dieser gemeinsamen Präsentation im evangelischen Lutherzentrum. Sie betonte, dass man nach drei Jahren harter Strukturarbeit auf dem Gebiet der Gebäude und Finanzen jetzt auf einem guten  Weg sei und die inhaltlichen Ideen gemeinsam mit großem Interesse diskutiert habe: „Wir haben heute einmal in aller Ruhe intensive Gespräche geführt und dabei kritische wie positive Töne gehört; das Fröhlichsein überwog, aber auch das Zweifelnde wurde angesprochen.“ Die Dekanin regte an, in drei bis vier Jahren wieder so einen Markt zu veranstalten: „Dann werden wir sehen, wo wir in unserem Strukturprozess stehen und welche neuen Gebäude entstanden sind.“ Der Tenor beim „Markt der Möglichkeiten“, den Unternehmensberaterin Bettina Demmer moderierte, lautete einhellig: Dieser Tag hat sich gelohnt!

In der ersten gemeinsamen Ausstellung dieser Art zeigten 20 Pfarrgemeinden als kooperierende ‚Pärchen’ ihre Profile und Stärken mit kreativen Ideen, aber auch Schwierigkeiten beim Zusammenwachsen auf. Da war beispielsweise der „Auszug des Volkes Israel aus Ägypten“ zu sehen, den die Pfarrgemeinden Boxberg und Emmertsgrund eindrucksvoll als „Heimatabenteuer“ darstellten. Ein Fahrrad, eine braune Decke als Wüstensand, ungesäuertes Brot und Wasser symbolisierten den Aufbruch zur Fusion, die im Juni dieses Jahres besiegelt sein soll. (Foto) Auch Rohrbach-West und -Ost  wachsen zusammen. An einem Apfelbaum waren die reifen Früchte der bisherigen Arbeit, an einem Zitronenbäumchen aber die Mühen und Stolpersteine des Zusammenwachsens beider Pfarrgemeinden zu sehen. Doch gab es hier auch den „Becher Hoffnung“ mit fruchtbarer Erde und Kressesamen für jeden Standbesucher, denn dieser Samen sprießt schnell zum gesunden Pflänzchen. An aktuellen Fotos zeigten Kirchenälteste der Friedensgemeinde begeistert das Umbau- und Renovierungskonzept ihrer Kirche und betonten, dass die Befürworter der umstrittenen Stufenanlage in der Gemeinde in der Überzahl seien. Nach Konzerten auf der probeweise eingebauten Stufenanlage sei man der Überzeugung, dass sie vor allem für die Verkündigung von Wort und Musik eine Einheit sei und  ideale Möglichkeiten für Chöre biete. Bunte buttons mit Herz verkündeten „I love Jugendarbeit“, eine nette Idee des evangelischen Kinder- und Jugendwerkes, die sich jeder gern anheftete.