Friedenskirche glänzt in hellen Farben

- 30.09.2012 - 

Wiedereinweihung mit Landesbischof Ulrich Fischer und einer großen Gemeinde

Quelle: ekihd

Heidelberg-Handschuhsheim, 30.9.2012. In die über einhundertjährige Friedenskirche ist wieder Leben eingezogen. Gebet und Musik. Wie auf einer Himmelsleiter stehend, präsentierten sich Kirchenchor,  Jugendkantorei „Kurrende“ und die Kantorei auf der breiten Stufenanlage bei der Wiedereinweihung durch Landesbischof Dr. Ulrich Fischer. Die einmalige Akustik im Kirchenschiff erhob die Stimmen zum Engelsgesang. Das Resultat der zweijährigen Innenrenovierung, so bekräftigten viele Besucher nach dem Festgottesdienst, sei durchweg positiv: „Unsere Kirche strahlt jetzt so hell, auch die Stufenanlage für die Chöre gefällt uns, das sieht doch beeindruckend aus“, hörte man gerade auch von älteren Gemeindegliedern.

Quelle: ekihd

Ein steiniger Weg
Ein langer, steiniger Weg der Auseinandersetzungen über die Modernisierung des Gotteshauses musste bis dahin gegangen werden.  Ulrich Fischer sparte in seiner aufrüttelnden Predigt die schwierige Situation in der Friedensgemeinde nicht aus: „Die Friedensgemeinde ist ihrem Namen nicht nachgekommen, die Landeskirche stand oftmals ratlos da... Ruhe ist eingekehrt, Frieden noch nicht!“ kritisierte der Landesbischof die Heftigkeit der Konflikte, die bisher einmalig gewesen seien, die gleichzeitig aber von Leidenschaft zeugten. „Wie erklärt sich dieses leidenschaftliche Interesse der Menschen an ihrer Kirche?“ fragte Fischer und bedeutete, dass die Gemeinde ihre Kirche lieb gewonnen hätte, sie sei ihr über Jahrzehnte zur Heimstatt geworden. Durch die Renovierung aber, habe zunächst so etwas wie Ent-Heimatung für viele stattgefunden. „Ich wünsche Ihnen, dass nach diesen Konflikten nicht nur Frieden in Ihre Gemeinde einkehrt, sondern dass viele Menschen den Frieden in Ihrer Kirche erfahren!“

Quelle: ekihd

Auszug und Einzug
Hunderte Gottesdienstbesucher versammelten zunächst im Gemeindesaal und an mehreren Plätzen im Innenhof.  Dort begrüßte Pfarrerin Monika Hautzinger Landesbischof Dr. Ulrich Fischer, Dekane, den ehemaligen Pfarrer Jörg Hirsch, Vertreter der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau, Architekten, Künstler, Baufirmen, Oberbürgermeister Eckart Würzner, die Chöre und Gemeinde. „Mögen wir in Freude ausziehen und in Frieden geleitet werden!“ wünschte die Pfarrerin zum Auszug aus dem evangelischen Gemeindesaal in die renovierte Kirche. Die Kirchenältesten trugen Bibel, Taufkanne, Antependium und Abendmahlsgeräte. Ein ökumenisches Zeichen setzte Pfarrer Josef Mohr von der St. Vitus-Gemeinde, der die Osterkerze trug. Es war ein bewegender Moment, als Architekt Armin Schäfer den Kirchenschlüssel an Monika Hautzinger überreichte, den sie freudestrahlend an Kirchendiener Dariusz Gilski weitergab. So feierlich, als wäre es gerade Weihnachten, schloss der Hausmeister die Tür „im Namen Jesu Christi“ auf, und alles strömte  zu Lobesklängen des Posaunenchors hinein: Geblendet von gleißendem Sonnenlicht, das die klarbunten Fenster durchdrang, so strahlend, als sei dies der „Segen von oben“ für das Schöne an der Stätte Gottes. Und es roch noch nach frischen Farben. Aber was machte dies schon aus gegenüber einem faszinierenden Bild der einladenden Klarheit, Helligkeit und Moderne. Mit einem ersten Blick auf den vierteiligen schwarzen Altar aus Bronzeguss mit Kreuz im Mittelpunkt, dem historischen Taufstein und der dahinter aufsteigenden, breiten Stufenanlage mit der Kanzel hoch zur majestätischen Orgel kam Ehrfurcht auf ob der Schlichtheit und Harmonie in warmen Farben und Material. Ein Rätsel gaben die in die Stufen gemeißelten Wörter auf: „liebe, bald, und, himmel, mensch, morgen, hier“. Die Wortfragmente stammen aus der „Friedensfeier“ von Friedrich Hölderlin. Die Renovierungskosten betragen  rund 1,5 Millionen Euro, wovon die Evangelische Stiftung Pflege Schönau zwei Drittel trägt, die Pfarrgemeinde muss knapp 30 Prozent der Kosten schultern.

Quelle: ekihd

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