Heidelberg, 28.06.2015. Rund 200 Gäste besuchen bei strahlendem Sonnenschein das Gemeindefest auf der Marienhütte in Gedenken an 100 Jahre Hermann Maas in Heidelberg. Erzählstationen und Berichte von Zeitzeugen führen das Leben und Wirken des Heiliggeistpfarrers lebendig vor Augen. Gründung des Hermann-Maas-Freundeskreises zur Fortführung seiner Vision von Völkerverständigung und Ökumene über alle Grenzen hinweg.
„Geh aus mein Herz und suche Freud“, singen die Gottesdienstbesucher zum Auftakt des Gemeindefestes der Heidelberger Altstadtgemeinde unter Leitung von Pfarrerin Sigrid Zweygart-Pérez miteinander. Diese Freude ist an dem herrlichen Sonn(en)tag überall spürbar, an dem Jung und Alt auf dem Gelände der Marienhütte miteinander das 100jährige Jubiläum ihres berühmten Gemeindepfarrers feiern.
„Hermann Maas´ Vision von der Marienhütte als ein Ort der Gemeinsamkeit, an dem ein gutes Miteinander herrscht, wird hier und heute lebendig“, freut sich Dekanin Marlene Schwöbel-Hug über das gelungene Fest. Und tatsächlich tragen alle Generationen etwas dazu bei: Die Älteren berichten von ihren persönlichen Erlebnissen mit Maas, die Kinder lauschen gespannt den Erzählungen vom Alltag in den engen und schmutzigen Altstadtgassen um 1920 und erfreuen die Anwesenden mit ihren Gesangseinlagen. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer sorgen für das leibliche Wohl der Gäste und der Posaunenchor Heiliggeist trägt zur musikalischen Untermalung bei.
„Es freut mich, dass am heutigen Tag der Hermann-Maas-Freundeskreis gegründet wird“, richtet Dr. Joachim Gerner sich in seinem Grußwort an die Anwesenden. „Ich könnte mir vorstellen, dass es ganz im Sinne des Namensgebers wäre, wenn sozialer Ausgleich und Gerechtigkeit, Zivilcourage, Friedensarbeit und Ökumene zum Programm des Freundeskreises gehören würden“, so der Kulturbürgermeister. Der Freundeskreis unter Vorsitz von Prof. Eckhart Marggraf und Dr. Markus Geiger möchte Ideen zur Fortführung des sozialdiakonischen und völkerverbindenden Engagements seines Namensgebers entwickeln und weiterverbreiten.
Dass die Marienhütte der perfekte Ort für die Begegnung und Gemeinschaft von Menschen jeden Alters ist, zeigt sich an diesem Tag einmal mehr. Und dank vieler helfender Hände, großzügiger Spender und der Unterstützung durch die Rotarier Heidelberg-Alte Brücke wird sie es auch in Zukunft bleiben. Geplant ist eine Umgestaltung zur ganzjährigen Nutzung der Oase im Grünen, natürlich barrierefrei. „Es wäre herrlich, wenn unser Posaunenchor Heiliggeist hier wieder zu Proben und Konzerten zusammenkommen könnte!“, wünscht sich Obmann Wolfgang Schneider. Damit spricht er Hermann Maas und Marie Comtesse aus der Seele, die die Marienhütte damals als Begegnungsort für alle erholungssuchenden Menschen in Heidelberg gegründet haben.
Karin Wilke




