Jeder Winkel des engen Turmzimmers ist genutzt, in den Regalen sind die Schuhe nach Größen geordnet aufgereiht, eine Fensternische dient als Bücherregal und Kinderschlafsäcke hängen vom Treppengeländer herab. „Tausch im Turm“ nennt sich die Initiative von Pfarrerin Ingrid Prokop-Schlögel, eine Art Tauschbörse für Dinge rund ums Kind.
„Ich hatte schon seit längerem die Idee vom Kleidertausch für Kinder, um damit Umwelt und Geldbörse zu entlasten“, erzählt die Pfarrerin zur Entstehung von „Tausch im Turm“. Seit Juni 2013 hat sie mit mittlerweile sieben ehrenamtlichen Helferinnen eine wahre Schatzkiste im Kirchturm geschaffen: Die Kleiderschränke sind voll mit sorgsam nach Größen und Geschlecht sortierter Kinderkleidung. Das Angebot zum Kleidertausch wird von den Pfaffengründern und auch über den Stadtteil hinaus inzwischen sehr gut angenommen.
„Anfangs dachten die Leute, unser Angebot sei nur für Bedürftige“, schildern Rita Adler und Inge Fritzen, die ehrenamtlich bei der Kleidervergabe aushelfen. „Aber nach und nach haben wir hier ein ganz bunt gemischtes Publikum angezogen, weil die Menschen verstanden haben, wie sinnvoll das Konzept ist.“ Viele spenden auch einfach nur Kleidung ohne neue mitzunehmen, weil sie zuhause wieder mehr Platz brauchen oder anderen damit etwas Gutes tun wollen. Im Gegenzug muss niemand unbedingt ein Kleidungsstück abgeben, um ein anderes dafür zu erhalten: „Das System funktioniert fließend, wir bekommen immer genug, um dringend benötigte Sachen bei Bedarf auch zu verschenken“, erklären die beiden Helferinnen.Freundlich und kompetent beraten die Mitarbeiterinnen ihre Kundschaft – oft kommen die Kinder mittlerweile alleine hierher, weil sie wissen, dass sie willkommen sind und immer etwas Passendes finden. Geöffnet hat das urige Kleiderstübchen dienstags von 16 bis 18:30 Uhr, zu finden ist es im Kirchturm der Auferstehungskirche, Obere Rödt 11 in Heidelberg-Pfaffengrund. Vorbeischauen lohnt sich in jedem Fall. Und vielleicht kommt auch manch eine(r) auf den Geschmack des Tauschens, womit sich – ganz nebenbei – auch ein individueller Beitrag zur Erhaltung unserer Schöpfung leisten lässt.
Karin Wilke



