Mit Pauken und Trompeten zur Schlossbeleuchtung

Andächtig lauschen die Zuhörer Händels Feuerwerksmusik

Quelle: Karin Wilke

Heidelberg, 05.09.2015. Die musikalisch festliche Einstimmung auf die letzte Schlossbeleuchtung in diesem Jahr war mit über 200 Zuhörern in der Heiliggeistkirche sehr gut besucht. Das traditionelle Konzert zum berühmten Heidelberger Feuerwerk unter Leitung des Heiliggeist Kantors Christoph Schäfer hatte neben dem Klassiker „Music for the Royal Fireworks“ von Georg Friedrich Händel einige selten gehörte moderne Stücke für Trompete, Marimbaphon und Orgel bzw. Piano auf dem Programm. Vorgetragen wurden diese von den jungen Trompetern István Lukács, Szabolcs Schütt und Ralf-Werner Kopp, dem Percussionisten Thorsten Gellings sowie dem Organisten Christoph Schäfer.

Quelle: Karin Wilke

Nach bekannteren Werken des Barock von Charpentier, Vivaldi und Bach war das Stück für Solotrompete vom zeitgenössischen Komponisten Stanley Friedmann eine Herausforderung für manch ungeübten Konzertbesucher. Wann soll man klatschen, wenn der Solist nach jedem Satz den Platz und die Klangfarbe seines Instrumentes wechselt, den gesamten Chorraum musikalisch ausnutzt und die Zuhörer somit an der Nase herum führt? Auch die Klänge, die der Percussionist Thorsten Gellings seinem Marimbaphon zu den Tönen B-A-C-H in Begleitung von düsteren und fast gespenstisch anmutenden Orgelklängen entlockte, gingen unter die Haut.

In der Pause – in der mit einem Getränk zur Stärkung geladen wurde – wandelten die Konzertbesucher, angeregt durch die herrliche Musik, plaudernd durch das große Kirchenschiff. Die Informationstafeln über den berühmten Gemeindepfarrer Hermann Maas erfreuten sich hierbei besonders großen Interesses. Gut, dass sie in der Heiliggeistkirche neben der Gedenktafel zu Maas einen so prominenten Platz gefunden haben.

Quelle: Karin Wilke

Weiter ging es mit einer Fanfare für Trompeten von Benjamin Britten, bei der drei verschiedene Melodien aus drei Richtungen des Kirchenraumes erst einzeln erklangen, um dann zu einem musikalischen Ganzen zu verschmelzen. Bei dem Orgelstück des frühen Barockkomponisten Samuel Scheidt zeigte Organist Schäfer, was in seiner Orgel steckt: Über Gongklänge, Xylophon, Posaune und Glockenspiel waren die vielfältigsten Klänge zu hören, die man der Königin der Instrumente gar nicht zugetraut hätte. Nachdem Gellings die Zuhörer nochmals mit den weichen Tönen seines Marimbaphons verzaubert hatte, klang das Konzert allen Erwartungen entsprechend mit den strahlenden Trompetenklängen von Händels Feuerwerksmusik – gefolgt von begeistertem Applaus – aus. Wie schade, dass wir nun wieder fast ein Jahr warten müssen auf das nächste Konzert zur Heidelberger Schlossbeleuchtung im Juni 2016…!

Karin Wilke