„Ich war überwältigt von der großen Wertschätzung, die der Klinikseelsorge von allen Seiten zuteil wird“, berichtet Marlene Schwöbel-Hug, Dekanin der Evangelischen Kirche in Heidelberg. „Sowohl die Patienten und ihre Angehörigen als auch Klinikpersonal und Leitung profitieren von dem vielseitigen Angebot unserer Klinikpfarrämter und fordern eine Ausweitung“, erfuhr die Dekanin bei der Visitation.
Dazu gehört neben dem Hauptauftrag der Klinikseelsorger, Zeit für die betroffenen Menschen und ihre Angehörigen mitzubringen, auch das Angebot von Fortbildungen für Klinikpersonal und Ärzte zu Themen wie Sterbebegleitung oder die Überbringung schwerer Diagnosen. Ebenso Gottesdienste z.B. zur Segnung von schwangeren Frauen oder die Beerdigung stillgeborener Kinder, die Mitarbeit im Ethikkomitee sowie die Begleitung Ehrenamtlicher.
„Immer wieder sind es auch die Pflegerinnen und Pfleger, die am Limit sind, die sich über ein tröstendes Wort oder ein offenes Ohr für ihre Nöte freuen. Oder die – häufig jungen – Ärztinnen und Ärzte, die sich mit der Überbringung einer schlimmen Diagnose schwertun, weil sie ja wissen, in was für ein tiefes Loch sie Patienten und Angehörige damit stürzen!“, berichtet Zimmermann-Schwarz. Angesichts knapper Budgetierung und einer streng durchgetakteten Klinikroutine ist es dem Pflegeteam und auch den Medizinern nicht möglich, dem Einzelnen genügend Zeit und Zuwendung zu widmen, die für die Seele mindestens ebenso wichtig sind wie die medizinische Versorgung für den Leib.
Um die vielfältigen Angebote der Klinikpfarrämter in Zukunft noch besser mit den Aktivitäten in den Kirchengemeinden zu vernetzen, ist Christiane Zimmermann-Schwarz im Juni zur „Bezirksbeauftragten Seelsorge“ ernannt worden. „In dieser Funktion möchte ich allen – nicht nur den betroffenen – Menschen deutlich machen, was für eine wichtige Aufgabe die kirchliche Seelsorge in unserer Gesellschaft hat“, erläutert die Pfarrerin ihre Pläne als Bezirksbeauftragte.
Karin Wilke


