Heidelberg/Pfaffengrund, 1.12.2015. In der Woche vom 14. bis 17. Dezember wird die evangelische Emmausgemeinde im Pfaffengrund etwas ganz Neues ausprobieren: die „Kirche für KIDs“. „Unsere Idee ist, dass bei uns Kinder aus dem Stadtteil und über seine Grenzen hinaus zusammenkommen, die sonst keinerlei Berührungspunkte haben“, erläutert der Initiator dieser Aktion Pfarrer Andreas Schlögel seine Beweggründe. „Kinder mit ganz unterschiedlichen Geschichten, unterschiedlicher Herkunft und den verschiedensten Begabungen.“
Mitmachen werden Schülerinnen und Schüler der vier Pfaffengrunder Schulen: der Albert-Schweitzer-Schule, der Elisabeth-von-Thadden-Grundschule, der Graf von Galen-Schule und der Stauffenbergschule. Zusätzlich eingeladen sind 12 Kinder aus Syrien und Afghanistan von der Eppelheimer Flüchtlingshilfe, die täglich in Begleitung von Helfern vor Ort sein werden. „Die Kinder freuen sich riesig auf diese neue Erfahrung, sie brennen darauf, Kontakte mit deutschen Kindern zu schließen!“, berichtet die Sprecherin der Eppelheimer Flüchtlingshilfe Isabel Moreira da Silva.
„Wir haben uns im Kirchenbezirk auf die Fahnen geschrieben, kinderfreundlich zu sein, mit „Kirche für KIDs“ wollen wir ein Beispiel dafür geben“, erklärt die Schuldekanin Beate Großklaus. Das Besondere der Aktion sei die bunte Durchmischung der Teilnehmer: Kinder mit und ohne Behinderungen, Kinder mit ganz unterschiedlichen familiären Hintergründen, Kinder die Deutsch sprechen und solche, die es gerne lernen möchten. „Dabei können wir als Kirche und Gesellschaft ganz viel von den Kindern lernen. Sie zeigen uns, wie Gesellschaft eigentlich funktionieren sollte: ohne Vorurteile und Barrieren“, so die Schuldekanin.
„Angefangen haben wir vor 8 Jahren mit der Kindervesperkirche in Mannheim“, berichtet der zweite Vorsitzende des Vereins Matthias Binder, der gleichzeitig Geschäftsführer der Adler Mannheim ist. „Wir wollten Kindern in Not ganz unbürokratisch zu einer warmen Mahlzeit verhelfen, daraus entstanden ist mittlerweile ein großes Netzwerk an Aktivitäten für und mit Kindern in der gesamten Metropolregion“, erzählt Binder. So gibt es die Kindervesperkirche seit vier Jahren auch in Ludwigshafen, daraus haben sich weitere Events wie Kinderzeltlager und regelmäßige Kontakte zu den berühmten Eishockeyspielern ergeben. „Unsere Jungs freuen sich immer sehr auf die Begegnungen mit den Kids“, weiß Stadionsprecher Udo Scholz – und vielleicht wird der eine oder andere Star sogar ganz unverhofft zur „Kirche für KIDs“ im Pfaffengrund erscheinen?
Dass diese Aktion nicht einmalig bleiben soll, darüber sind sich alle Beteiligten bereits jetzt einig: „Wir freuen uns sehr über dieses ganz neue und innovative Projekt zwischen Sport, Stadt und Kirche“, so die Dekanin der Evangelischen Kirche in Heidelberg Marlene Schwöbel-Hug. Womit sie auf das Engagement des Stadtrats Mathias Michalski anspielt, der eine tragende Rolle bei der Vermittlung Projektes nach Heidelberg sowie des Kontakts zu den „Adlern helfen Menschen“ gespielt hat. „Das Thema Nachhaltigkeit ist uns für die „Kirche für KIDs“ ganz besonders wichtig, so wünschen wir uns, dass nächstes Jahr auch Kinder aus anderen Stadtteilen an diesem wunderbaren Angebot teilnehmen werden“, betont die Dekanin. Und spricht damit für alle Beteiligten, die mit großer Vorfreude und Spannung der Heidelberger Premiere von „Kirche für KIDs“ entgegensehen.
Karin Wilke
Info:
Am 13. Dezember – dem 3. Adventsonntag – wird die „Kirche für KIDs“ um 10 Uhr in der Auferstehungskirche mit einem Gottesdienst eröffnet, zu dem alle herzlich eingeladen sind. „Kirche für KIDs“ wird von der evangelischen Emmausgemeinde in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche in Heidelberg und mit Unterstützung von „Adler helfen Menschen e.V.“ ausgerichtet.
Anmeldung über das Pfarramt der Emmausgemeinde: 06221/70 77 00, emmaus.ekihd@web.de



