Für Helfer da sein – Einführung der evangelischen Seelsorger im PHV

Gemeinsam sprechen sie die Fürbitten: (von links nach rechts) Pfarrer Florian Barth, Christian Heinze (Diakonisches Werk HD), Birgit Grün (Caritasverband HD), Dr. Ralf Scheffel (KVK Bundeswehr PHV), Stefanie Heck (Feuerwehr Regierungspräsidium Karlsruhe), Inga Oser (Polizeioberkommissarin Revier HD-Süd) und Pfarrerin Sigrid Zweygart-Pérez.

Quelle: Karin Wilke

Heidelberg, 15.12.2015. Anlässlich der Einführung der evangelischen Seelsorger Florian Barth und Sigrid Zweygart-Pérez im Patrick Henry Village (PHV) war das kleine Gotteshaus auf ehemaligen amerikanischen Militärgelände gut gefüllt. Erst vor wenigen Tagen sei die Chapel aus ihrem mehrjährigen Dornröschenschlaf geweckt worden, berichtete Michael Willms vom Regierungspräsidium Karlsruhe den gut 100 Besuchern in seiner Begrüßung. Er koordiniert den Einsatz der über 500 haupt- und ehrenamtlichen Helfer in der Landesregistrierungsstelle im PHV, für deren seelsorgerliche Betreuung die Evangelische Kirche in Heidelberg sich mit der Entsendung zwei ihrer Pfarrer eingesetzt hat.

Dekanin Marlene Schwöbel-Hug führte Pfarrer Florian Barth von der Kapellengemeinde in der Plöck sowie Bezirksdiakoniepfarrerin Sigrid Zweygart-Pérez von der Altstadtgemeinde mit einem Segen in ihr neues, zunächst auf ein Jahr begrenztes Amt ein. „Ihr seid nun für Helfer da, die ihre Zeit und ihre Kraft für Menschen in Not geben“, richtete die Dekanin sich an die beiden Seelsorger. Deren Dienst stellte sie unter das Votum des höchsten Gebotes: „Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten, wie dich selbst – zu dieser Aufforderung ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen!“, so Schwöbel-Hug. Sie gab den beiden Gottes Segen mit auf ihren sicherlich nicht leichten Weg im PHV. Auf diesem Weg werden die  Seelsorger im kommenden Jahr all denen Trost, Zuflucht und seelischen Beistand spenden werden, die zu ihnen kommen. Und das werden bei der großen Zahl an Helfern und derzeit rund 5000 Flüchtlingen, von denen etwa 20 Prozent Christen sind, sicherlich einige sein.

Die Chapel soll ein Ort der Ruhe sein

Quelle: Karin Wilke

„In den gut vier Wochen, in denen wir nun vor Ort sind, haben wir ganz starke Eindrücke mitgenommen, das Bild eines summenden Bienenstocks drängt sich einem auf“, berichtete Florian Barth in seiner Ansprache. „Aber auch Erstaunen darüber, wie viel hier in den letzten Monaten bewältigt und an Strukturen neu aufgebaut wurde, das verlangt uns großen Respekt ab“, ergänzte Sigrid Zweygart-Pérez. Gleich am ersten Tag sei ihnen ein syrisches Paar mit einem kranken Baby in die Arme gelaufen, das verzweifelt Hilfe suchte für sein Kind. „In uns Pfarrern läuft da gleich ein Film von der Weihnachtsgeschichte ab“, schmunzelte Barth. „So sind wir tatsächlich nach einigen vergeblichen Versuchen, eine `Herberge´ für die drei zu finden, auf Hilfe gestoßen und die Geschichte ging gut aus.“

Beide Seelsorger bringen beste Voraussetzungen für ihre neue Aufgabe mit: Pfarrer Barth betreut in der Plöck eine kulturell durchmischte, internationale Gemeinde und Diakoniepfarrerin Zweygart-Pérez spricht fließend Spanisch, Französisch und Englisch. „Zwar ist es für uns Gemeinden auf der einen Seite schmerzlich, unsere wunderbaren Pfarrer nun teilen und teilweise verzichten zu müssen“, räumten Margrit Richter und Rüdiger Dunst als Vertreter der beiden Gemeinden ein. „Aber auf der anderen Seite sind wir auch stolz darauf, mit der Entsendung unseren Beitrag zur Bewältigung der Probleme im Patrick Henry Village leisten und auf diesem Weg auch ein klein wenig vor Ort sein zu können!“

Karin Wilke