Im Rahmen des ausgezeichneten Projektes werden junge Erwachsene aus Israel und Palästina zu Dialogseminaren nach Deutschland eingeladen; in Begegnungsfreizeiten kommen Jugendliche aus Kroatien, Serbien und Bosnien‐Herzegowina sowie aus dem Kosovo zusammen. Ziel der Organisation ist es, Jugendliche aus verfeindeten Ländern und Teilen der Welt zusammen zu bringen und ihnen ein bis zwei Wochen gemeinsame „Ferien vom Krieg“ anzubieten. So lernen sich die jungen Leute ohne Vorbehalte und nicht als Feinde kennen, spielen miteinander, lachen, streiten, diskutieren.
„Der Frieden zwischen den Kulturen durch Mut, Offenheit und Respekt war ein großes Anliegen von Hermann Maas“, erläuterte die Dekanin Marlene Schwöbel-Hug in ihrer Begrüßung die Wahl des Projekts für die Auszeichnung. Denn genau diesen Mut, diese Offenheit und Respekt fördere „Ferien vom Krieg“ durch die Begegnung junger Menschen, die sich sonst vielleicht nie kennen gelernt hätten. „Jeder Einzelne von uns kann etwas tun, um Hoffnung zu geben“, erklären Projektleiterinnen Barbara Esser und Brigitte Klaß ihr Engagement für die jungen Menschen aus Krisengebieten. Obwohl es immer schwieriger werde, Teilnehmer aus Palästina und Israel für ihr Projekt zu finden, lernen die jungen Menschen in der persönlichen Begegnung doch, Verständnis füreinander zu entwickeln. „Den Preis sehen wir als große Ermutigung an, mit unserer Arbeit weiterzumachen!“, bedankte Barbara Esser sich bei den Juroren.
Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh erklärte bei der Übergabe des Preises: „Ich habe großen Respekt vor diesen jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die über sich hinauswachsen und einen Schritt über die tiefen Gräben ihrer Gesellschaften wagen, in die sie hineingewachsen sind.“ Laudator Manfred Oeming lobte das große personelle und auch finanzielle Engagement der Organisation. Aus eigener Erfahrung wisse er, welch „hartes Brot“ die Ermöglichung von Kooperationen zwischen Juden und Moslems sei. Und dennoch habe die deutsch-französische Geschichte gezeigt, dass verfeindete Nationen bereits nach zwei Generationen wieder eng zusammenrücken können, wenn der interkulturelle Dialog gefördert werde.Als musikalischer „Leckerbissen“ rundete das „Heidelberger Klezmer Quartett“ in reduzierter Besetzung den Abend ab. Bei ihrer mitreißenden Klezmer-Musik fiel es den rund 60 Gästen schwer, ruhig auf den Stühlen sitzen zu bleiben. Und so endete der Abend schließlich noch in einer fröhlichen Runde mit Imbiss und jeder Menge Gesprächsthemen rund um die „Völkerverständigung über alle Grenzen hinweg“.
Karin Wilke



