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Evangelische Kirche in Heidelberg beschließt Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt
- 22.07.2026 -
Verbindliche Standards für Prävention und Intervention
Heidelberg, 22. Juli 2026. Die Evangelische Kirche in Heidelberg hat ein umfassendes Konzept zum Schutz vor sexualisierter Gewalt verabschiedet. Der Stadtkirchenrat (SKR) hat in seiner letzten Sitzung den Beschluss gefasst und dessen Veröffentlichung initiiert. Damit setzt die Evangelische Kirche in Heidelberg ein klares und verbindliches Zeichen für Prävention, Intervention und einen verantwortungsvollen Umgang mit Grenzverletzungen.
Das Schutzkonzept basiert auf der Gewaltschutzrichtlinie der Evangelischen Landeskirche in Baden und konkretisiert diese für die Strukturen in Heidelberg. Es gilt verbindlich für alle Arbeitsbereiche und Personengruppen der Evangelischen Kirche in Heidelberg – darunter haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende, Leitungsorgane, Gemeinden, Kindertageseinrichtungen, diakonische Arbeitsfelder sowie alle Personen, die mit Kindern, Jugendlichen oder schutz- und hilfebedürftigen Erwachsenen arbeiten.
„Der Schutz von Menschen, die sich uns anvertrauen, ist nicht verhandelbar. Wir übernehmen Verantwortung und schaffen verbindliche Strukturen, die Prävention stärken, Betroffene schützen und konsequentes Handeln im Verdachtsfall sicherstellen“, betont Dekan Dr. Christof Ellsiepen.
Ein zentraler Schwerpunkt des Konzepts liegt auf der Prävention. Dazu gehören verpflichtende Schulungen für Mitarbeitende, die Vorlage erweiterter Führungszeugnisse, verbindliche Selbstverpflichtungen sowie ein klar formulierter Verhaltenskodex. Ergänzend sind alle Gemeinden und Einrichtungen verpflichtet, Risiko- und Potentialanalysen durchzuführen, um mögliche Gefährdungssituationen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu minimieren.
Für den Umgang mit Verdachtsfällen wurden verbindliche Verfahren etabliert. Ein interdisziplinär besetztes Interventionsteam auf Ebene des Kirchenbezirks koordiniert die Prüfung von Hinweisen und die notwendigen Maßnahmen. Dabei gilt: Der Schutz der betroffenen Personen hat oberste Priorität. Gleichzeitig wird ein sorgfältiger und rechtsstaatlich angemessener Umgang mit allen Beteiligten gewährleistet.
„Wir wollen eine Kultur der Achtsamkeit und des Hinschauens stärken. Dazu gehört, dass wir sensibel für Grenzverletzungen sind, klare Zuständigkeiten haben und Betroffenen verlässlich zur Seite stehen“, so Ellsiepen weiter.
Das Schutzkonzept wird öffentlich zugänglich gemacht und auf den Internetseiten der Evangelischen Kirche in Heidelberg veröffentlicht. Die Umsetzung ist als kontinuierlicher Prozess angelegt: Rückmeldungen aus Gemeinden und Einrichtungen fließen in die Weiterentwicklung ein.
Mit dem Beschluss des Schutzkonzepts unterstreicht die Evangelische Kirche in Heidelberg ihren Anspruch, sichere Räume zu schaffen und das Thema sexualisierte Gewalt strukturell, verbindlich und nachhaltig zu bearbeiten.
Das Schutzkonzept sowie konkrete Hilfsangebote für Betroffene von sexualisierter Gewalt sowie weitere hilfreiche Informationen finden Sie hier.

