Koreanische Gemeinde Heidelberg dauerhaft als  Personalgemeinde anerkannt

Kirche in Heidelberg ist vielfältig

Am 12. Juli 2026 feierte die Koreanische Gemeinde Heidelberg in der Petruskirche Heidelberg-Kirchheim ihr zehnjähriges Bestehen als Personalgemeinde der Evangelischen Kirche in Heidelberg. Der Festtag begann mit einem deutsch-koreanischen Jubiläumsgottesdienst. Im Anschluss daran fand die Berichts- und Evaluationssitzung statt. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Anerkennungsverfahrens wurde dieser Status nun dauerhaft bestätigt.

Die Evaluationskommission
(v.l. Dekan Dr. Christof Ellsiepen, Pfarrerin Bettina Fuhrmann, Pastorin Esther Lee, Herr Dietrich Dancker)
Die Koreanische Gemeinde Heidelberg wurde am 2. Dezember 1973 von koreanischen Krankenschwestern gegründet, die aus Südkorea nach Deutschland gekommen waren, und blickt heute auf eine mehr als 50-jährige Geschichte zurück. Seit dem 2. Juni 2002 feiert die Gemeinde ihre Gottesdienste in der Petruskirche in Kirchheim. Die Gemeinde dankt der Bonhoeffer-Gemeinde dafür, dass sie ihr über 24 Jahre hinweg verlässlich die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und damit eine wichtige Grundlage für das Gemeindeleben geschaffen hat.

Festgottesdienst in der Koreanischen Gemeinde in der Petruskirche
Nach Gesprächen mit der Evangelischen Kirche wurde die Koreanische Gemeinde Heidelberg am 26. Juli 2016 nun dauerhaft als Personalgemeinde in die Evangelische Landeskirche in Baden aufgenommen. Nach der ersten Evaluation am 23. Juli 2021 und der nun erfolgreich abgeschlossenen zweiten Evaluation am 12. Juli 2026 ist die Koreanische Gemeinde Heidelberg ein fester Bestandteil der Evangelischen Kirche in Heidelberg geworden. Sie ist die einzige internationale Personalgemeinde innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Baden.

Dekan Dr. Christof Ellsiepen
Der Gottesdienst wurde mit einer herzlichen Begrüßung durch Dekan Dr. Christof Ellsiepen eröffnet. Er hieß die gesamte Gemeinde sowie die an diesem Tag anwesenden Mitglieder der Evaluationskommission willkommen. 
 
Zu den Gästen gehörten Pfarrerin Bettina Fuhrmann, die landeskirchliche Beauftragte für Internationale Gemeinden, die den Prozess begleitet hatte, Frau Daniela Micol, Mitglied des Stadtkirchenrats der Evangelischen Kirche in Heidelberg sowie Frau Claudia Schramm (Vorsitzende) und Herr Dietrich Dancker als Mitglieder des Ältestenkreises der Bonhoeffer-Gemeinde. 

Außerdem wünschte Dekan Dr. Ellsiepen Pastorin Jeonghyun (Esther) Lee sowie der koreanischen Gemeinde Gottes reichen Segen für ihren weiteren Weg. Pastorin Lee leitet die Koreanische Gemeinde Heidelberg seit Dezember 2025 und wurde kürzlich in Südkorea ordiniert. Als Dienstort ist die Evangelische Landeskirche in Baden (EKIBA) angegeben.

Pfarrerin Jeonghyun Esther Lee
Die Predigt in diesem Gottesdienst hielt Pastorin Esther Lee. Sie legte den Bibeltext aus dem Epheserbrief 2,13–22 aus. Unter Bezug auf die Aussage „Der ganze Bau, zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn“ betonte Pastorin Lee, dass Gott Menschen nicht gleichartig, sondern einzigartig geschaffen hat und jeder Gemeinde eine eigene Prägung geschenkt hat. Durch diese Vielfalt baut Gott sein Haus und schafft eine Gemeinschaft, in der seine Liebe und sein Frieden sichtbar werden– Christus bleibt dabei der Eckstein.

Pfarrerin Bettina Fuhrmann
Der Gottesdienst endete mit dem Segen von Pfarrerin Fuhrmann. Nach einer Kaffeepause folgten ein Rückblick auf die Gemeindearbeit sowie eine anschließende Evaluation.
 
Die Vorsitzende des Ältestenkreises, Haryun Lee, erstattet Bericht
Pastorin Esther Lee berichtete gemeinsam mit Frau Haryun Lee, der Vorsitzenden des Ältestenkreises der koreanischen Gemeinde, über die Arbeit und Entwicklung der Gemeinde im Zeitraum von Juli 2021 bis Juni 2026.

Nach ihren Angaben liegen die besonderen Stärken der Gemeinde insbesondere in der kontinuierlichen Gemeindearbeit, dem Engagement der Ehrenamtlichen sowie in ihrem Beitrag zur interkulturellen und internationalen Ausrichtung der Evangelischen Kirche in Heidelberg. Die Gemeinde unterstützt Menschen koreanischer Herkunft beim Ankommen in Deutschland und in ihrem Glaubensleben durch Gottesdienste und vielfältige gemeinschaftliche Aktivitäten. Durch die zunehmende Zahl von Gemeindemitgliedern ohne koreanischen Sprachhintergrund entwickelt sich die Koreanische Gemeinde Heidelberg immer stärker zu einer internationalen Gemeinde.

Dekan Christof Ellsiepen und Pfarrerin Esther Lee im Evaluationsgespräch
Die neuen Gemeindemitglieder nehmen gemeinsam mit ihren Familien und Freunden an den Gottesdiensten teil und zeigen Interesse am christlichen Glauben sowie an der koreanischen Kultur. Damit Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und Sprachen gemeinsam Gemeinde gestalten können, legt die Koreanische Gemeinde besonderen Wert auf Offenheit und Wertschätzung, mehrsprachige Unterstützung sowie eine persönliche Begleitung der Einzelnen.
 
Dabei tauschten sich die Beteiligten über die Entwicklung der Gemeinde sowie über die aktuelle Situation und ihre Anliegen aus. Darüber hinaus wurden Möglichkeiten einer zukünftigen Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche in Heidelberg erörtert.

Die unterzeichneten Urkunden werden voller Freude präsentiert
Pfarrerin Bettina Fuhrmann betonte, dass sie sich in den vergangenen Jahren nicht nur innerhalb der koreanischen Gemeinde, sondern auch auf Ebene der Landeskirche dafür eingesetzt habe, bestehende Ordnungen weiterzuentwickeln und anzupassen. Sie würdigte den erfolgreichen Verlauf dieses neuen Weges und gratulierte der Gemeinde zu diesem Ergebnis.„Die Koreanische Gemeinde Heidelberg ist für die deutsche Kirche ein erfolgreiches Beispiel für die Zusammenarbeit mit einer internationalen Gemeinde. Die Gemeinde ist jederzeit herzlich willkommen.“   

Zum Abschluss betonte Dekan Dr. Ellsiepen: „Die Koreanische Gemeinde Heidelberg ist nicht mehr nur eine Gemeinde neben der Evangelischen Kirche in Heidelberg, sondern ein Teil dieser Kirche.
Die Urkunde in koreanischer Schrift wird unterzeichnet
Wir freuen uns auf eine weiterhin verlässliche und nachhaltige Zusammenarbeit in einer Kirche, die Vielfalt lebt und interkulturelle Öffnung fördert.“ 
 
Die Vertreterinnen und Vertreter der Landeskirche, der Evangelischen Kirche in Heidelberg und der Koreanischen Gemeinde Heidelberg unterzeichneten gemeinsam die Urkunde. Die dauerhafte Anerkennung stärkt die gewachsene Zusammenarbeit und schafft eine verlässliche Grundlage für die Zukunft.
 
Die Koreanische Gemeinde mit Gästen bei der Bibimbap-Feier im Anschluss an die erfolgreiche Evaluation
 
Text: Jeonghyun (Esther) Lee
Fotos: Soyoung Kim