Libera Bestattungen ist offiziell eröffnet

- 25.09.2026 - 

Kirchliches Bestattungsinstitut der Evangelischen Kirche in Heidelberg lud zum Kennenlernen ein 

Heidelberg, 25.09.2026. Am Abend des 23. September 2026 wurde „Libera Bestattungen“, das erste kirchliche Bestattungsinstitut in Deutschland, offiziell eröffnet. Das Libera-Team rund um Geschäftsführerin Tanja Dittmar und die Evangelische Kirche in Heidelberg als Gesellschafterin der gemeinnützigen Gesellschaft stellten das zugrundeliegende Konzept in den Räumlichkeiten des Instituts vor und erläuterten ihre Vision von Trauerbegleitung und Bestattung.  

Der große Saal für Veranstaltungen oder Aufbahrungen wurde am Eröffnungsabend zum Ort des Austauschs
Der Einladung ins Schmitthennerhaus
Die Gäste am Eröffnungsabend strömen ins Bestattungsinstitut
in der Heidelberger Altstadt waren mehr als 150 Gäste gefolgt, um mit den Gründerinnen ins Gespräch zu kommen und die eigens gestalteten Räume zu besichtigen.
 
Dekan Dr. Christof Ellsiepen, GF Tanja Dittmar, Jonathan und Schuldekanin Dr. Beate Großklaus musizieren zur Begrüßung (v. l.)
Gleich zu Anfang wurde klar: Libera Bestattungen möchte die Menschen begleiten und mitnehmen. Dietrich Bonhoeffers „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, dargeboten von Jonathan, Geschäftsführerin Tanja Dittmar am Keyboard und Dekan Dr. Christof Ellsiepen am Saxophon, berührte sichtlich.  
 
Dekan Ellsiepen und Schuldekanin Dr. Beate Großklaus begrüßten im Anschluss als Vertreter der Gesellschafterin die Anwesenden. Mit dem „neuen Kapitel kirchlicher Begleitung“ in Heidelberg, das der Dekan in seiner Ansprache ankündigte, führe die Evangelische Kirche in Heidelberg ihren Auftrag der Begleitung von Menschen am Lebensende konsequent fort: „Wir schaffen Raum für Klage, Erinnerung und Hoffnung – nun auch mit dem Angebot eines kirchlichen Bestattungsinstituts.“ 
Dekan Ellsiepen und Schuldekanin Großklaus begrüßen die Anwesenden
 
Schuldekanin Dr. Beate Großklaus, gleichzeitig eine der Initiatorinnen, wies darauf hin, dass Libera Bestattungen „mehr als ein neues Unternehmen“ sei, als „Bildungsort“ wolle man Menschen umfassend aufklären und sie ermutigen, „selbstwirksam zu handeln und einen Abschied mitzugestalten.
 
Informations- und Bildungsmaterialien sind für Erwachsene und Kinder vorhanden
Neben Bestattungen gehören auch Vorträge, Informationsmaterial zur Vorsorge und viel Offenheit und Zeit für Gespräche zum Angebot des Instituts. In allem solle „Libera ein Ort sein, an dem auch in der Trauer etwas von der Hoffnung spürbar wird, die uns trägt.“
 
 
Geschäftsführerin Tanja Dittmar stellt Libera Bestattungen vor
„Libera bedeutet „Loslassen“ – und ums beiderseitige Loslassen geht es bei Abschied, Trauer und Bestattung“, erklärte Geschäftsführerin und Pfarrerin Tanja Dittmar den Namen des Bestattungsinstituts. Es gehe darum, „loszulassen und sich auf einen neuen Weg einzulassen, im Vertrauen auf diesen neuen Weg und (je nach Bekenntnis) auch auf Gott.“ Das im Logo enthaltene Papierschiff symbolisiere diesen Aufbruch. 
 
Zwei Wegbegleiter aus der Entstehungszeit der Idee durften nicht fehlen: Henrik Rydberg war eigens aus Schweden angereist und auch Daniel Völker aus der Badischen Landeskirche. Beide gratulierten in ihren Ansprachen den Gründerinnen zur Idee und der erfolgreichen
Tanja Dittmar und Henrik Rydberg im Gespräch
Gründung nach langer Vorbereitungszeit und vielen Herausforderungen. 
 
Henrik Rydberg stand mit seinem kirchlichen Bestattungsinstitut in Schweden in gewisser Weise Pate für das Projekt. Nachdem die Idee in Heidelberg aufgekommen war, fanden die Gründerinnen heraus, dass in Schweden schon seit mehr als 20 Jahren ein solches Angebot besteht und nahmen Kontakt auf. Rydberg unterstützte den Entstehungsprozess mit seinen Erfahrungen. Er ist davon überzeugt, „dass es gut wird.“ 
 
Daniel Völker und Christof Ellsiepen im Empfangsbereich (l. und r.)
Auch Daniel Völker, Leiter der Innovationsförderung der Evangelischen Landeskirche in Baden, hatte das Projekt von Anfang an unterstützt. Er betonte, Innovation in der Kirche sei für ihn, „dass Kirche raus auf den Markt geht, raus aus der geschützten Hülle“ und schloss mit dem Fazit: „Das Heidelberger Bestattungsinstitut ist das Beispiel für Innovation“. 
 
 
Mitinitiatorin Nicole Hunisch führt durch das Büro
Mitinitiatorin Nicole Hunisch lud im Anschluss an die Grußworte dazu ein, die klar und ruhig gehaltenen Räumlichkeiten zu besichtigen und Fragen zu stellen.
 
 
Bestatterin Anna Gabriele erklärt den Versorgungsraum
Im Versorgungsraum erklärte
Bestatterin Anna Gabriele wie das Institut praktisch arbeitet, auch im Sarglager und im Büro waren Teammitglieder vor Ort, um die Fragen der Anwesenden zu beantworten. Das Interesse war groß und die Besucherinnen und Besucher kamen über die Ausstellung auch miteinander ins Gespräch. Im großen Saal luden Getränke und Snacks dazu ein, den Austausch weiter zu vertiefen. 
Der große Saal für Veranstaltungen oder Aufbahrungen wurde am Eröffnungsabend zum Ort des Austauschs
 
An diesem Abend war zu spüren, dass ein Bestattungsinstitut nicht nur ein Ort der Stille und des Abschieds sein muss. Es kann auch ein Ort der Begegnung sein, an dem Wärme, Zuversicht und sogar Lebensfreude ihren Platz haben. 
 
Besonders berührend waren die Leidenschaft und die innere Überzeugung, mit denen das Team von Libera Bestattungen arbeitet. Dahinter steht ein tiefes Verständnis von der Würde jedes Menschen, vom Umgang mit Tod und Trauer und von einer Hoffnung, die über den Abschied hinausweist. 
 
Mit Libera Bestattungen möchten hier Menschen für Menschen da sein – bei Fragen der Vorsorge ebenso wie in Zeiten von Tod, Trauer und Bestattung. Als kirchliches Angebot steht Libera dabei allen offen, unabhängig von Religion, Konfession oder Weltanschauung. 
 
Text/Bilder: Silke Kleffner-Pöppel