Mit einem festlichen Gottesdienst in der Kapellengemeinde, der Diakoniekirche in Heidelberg, wurde Christian Heinze am 23. September 2026 als neuer Geschäftsführer des Diakonischen Werks Heidelberg in sein Amt eingeführt. Geleitet wurde der Gottesdienst von Dr. Christof Ellsiepen, Dekan der Evangelischen Kirche in Heidelberg, und Dr. Florian Barth, Diakoniepfarrer. Im Beisein zahlreicher Gäste aus Kirche, Politik, Wohlfahrtspflege, Verwaltung und Zivilgesellschaft standen dabei die Themen Zusammenhalt, Verantwortung und gelebte Menschlichkeit im Mittelpunkt.
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„Menschen brauchen Menschen“ – Christian Heinze als Geschäftsführer des Diakonischen Werks Heidelberg eingeführt
- 28.09.2026 -
Der Gottesdienst griff das Gleichnis vom großen Festmahl aus dem Lukasevangelium auf. Die Botschaft: Gottes Einladung gilt allen Menschen. Niemand soll ausgeschlossen werden. Diese Haltung prägt auch die Arbeit des Diakonischen Werks Heidelberg, das sich täglich für Menschen einsetzt, die Unterstützung, Begleitung oder eine Stimme brauchen.
Besonders eindrücklich wurde dies durch Erfahrungsberichte aus der Praxis. Mitarbeitende schilderten Begegnungen aus dem Diakonieladen Brot & Salz, der ambulanten Hospizarbeit sowie der Sozialberatung für Gehörlose. Sie berichteten von Armut und Einsamkeit, von Teilhabe und Würde, aber auch von der Kraft menschlicher Beziehungen. Die Geschichten machten deutlich, was soziale Arbeit im Kern ausmacht: Menschen begleiten, zuhören, ermutigen und Wege eröffnen.
In seiner Antrittsansprache stellte Christian Heinze die Herausforderungen in den Mittelpunkt, vor denen soziale Arbeit und Diakonie gegenwärtig stehen. Er beschrieb eine Zeit, in der steigende soziale Bedarfe auf knapper werdende Ressourcen treffen und viele gesellschaftliche Krisen gleichzeitig wirksam werden. Zugleich warb er dafür, soziale Herausforderungen nicht allein als Finanzierungsfragen zu betrachten, sondern als Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Ein besonderer Schwerpunkt seiner Rede war die Debatte über Wirkung, Steuerung und Effizienz sozialer Arbeit. Heinze betonte, dass soziale Angebote selbstverständlich verantwortungsvoll mit öffentlichen Mitteln umgehen müssten. Zugleich warnte er davor, Kürzungen als Effizienzgewinne zu bezeichnen. Weniger Bürokratie sei ein echter Effizienzgewinn. Weniger Unterstützung für Menschen hingegen bedeute weniger Hilfe und damit eine Leistungskürzung. Vertrauen, Zuwendung und tragfähige Beziehungen benötigten Zeit und ließen sich nicht beliebig verdichten oder rationalisieren.
Darüber hinaus unterstrich er die Bedeutung des Subsidiaritätsprinzips. Sozialer Zusammenhalt entstehe dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen: in Familien, Nachbarschaften, Kirchengemeinden, Vereinen und den Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege. Die Herausforderungen der Zukunft könnten nur im Zusammenwirken von Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Kirchen, Ehrenamt und Zivilgesellschaft bewältigt werden.
Musikalisch wurde der Gottesdienst von Organist Konstantin Wegner begleitet, unter anderem mit Liedern der Beatles. Besonders „With a Little Help from My Friends“ brachte ein Leitmotiv des Tages auf den Punkt: Menschen tragen Verantwortung gemeinsam und sind aufeinander angewiesen.
Grußworte überbrachten Bürgermeisterin Stefanie Jansen für die Stadt Heidelberg, Dennis Kramer von der Evangelischen Stadtmission Heidelberg, Heike Bangert-Rohrmoser vom Diakonischen Werk Baden, Moritz Limprecht für die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Heidelberg und Birgit Grün vom Caritasverband Heidelberg-Rhein-Neckar. Sie würdigten die Bedeutung der sozialen Infrastruktur in Heidelberg, die enge Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk, den Wohlfahrtsverbänden sowie die wichtige Rolle von Kirche und Diakonie für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Zum Abschluss formulierte Christian Heinze einen Gedanken, der den gesamten Gottesdienst prägte: Die entscheidende Frage werde in den kommenden Jahren nicht sein, ob wir uns soziale Arbeit leisten können, sondern ob und wo wir es uns leisten können, auf sie zu verzichten. Soziale Arbeit, Diakonie und bürgerschaftliches Engagement seien wesentliche Voraussetzungen für ein solidarisches Gemeinwesen.
Wir wünschen Christian Heinze für seinen Dienst Gottes Segen, Kraft, Zuversicht und viele Menschen an seiner Seite, die gemeinsam Verantwortung für eine soziale und solidarische Stadtgesellschaft übernehmen.
Text und Foto: Diakonisches Werk Heidelberg

